Roaming-Gebühren : Im Urlaub billiger telefonieren

Beim Telefonieren im Ausland kann es oft böse Überraschungen auf der  Rechnung geben.
Beim Telefonieren im Ausland kann es oft böse Überraschungen auf der Rechnung geben.

Die EU schafft 2017 die Roaming-Zuschläge ab, aber Vorsicht: Das gilt nur für die EU-Länder

svz.de von
01. Juli 2015, 06:00 Uhr

Fast zehn Jahre hat der Kampf gegen die Roaminggebühren gedauert. Nun steht fest: Am 15. Juni 2017 fallen die Aufschläge für Telefonate, Kurznachrichten und Internet-Surfen. Aber wird deshalb wirklich alles billiger? Unser Brüsseler Korrespondent Detlef Drewes beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was bedeutet Das Gebühren-Aus konkret?
Ab dem 15. Juni 2017 entfallen die Zuschläge für ankommende und abgehende Telefonate innerhalb der EU. Davon betroffen sind auch Kurznachrichten (SMS), Bild-Nachrichten (MMS) und das Surfen im Internet. Allerdings sollte man zur Vorsicht dazu sagen: Diese Regelung gilt nur innerhalb der EU. An der türkischen Riviera gelten weiter höhere Gebühren.

Wie teuer sind Telefonate denn dann?
Die Provider berechnen dann die gleichen Gebühren wie im Inland. Wer zum Beispiel ein Minutenpaket gebucht hat, kann dies im europäischen Ausland genauso abtelefonieren oder für das Surfen im Internet nutzen wie zu Hause. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Man wollte verhindern, dass sich jemand im Ausland eine preiswerte SIM-Karte kauft und damit dann innerhalb der eigenen Grenzen möglicherweise besonders billig unterwegs ist. Bei diesem sogenannten „permanenten Roaming“ sind Zuschläge weiter erlaubt. Ab wann dieses ständige Roaming beginnt, muss noch vereinbart werden.

Und bis dahin bleibt es bei den jetzigen Aufschlägen?
Nein. Die EU-Institutionen haben sich auf einen Zwischenschritt verständigt: Am 30. April 2016 sinken die Roaming Aufschläge noch einmal auf fünf Cent pro Minute (derzeit 19 Cent für abgehende und fünf Cent für eingehende Anrufe). Die Obergrenze für SMS sinkt von heute sechs auf dann zwei Cent. Und beim Internet-Surfen darf ein Megabyte Daten nur noch mit maximal fünf Cent (derzeit 20 Cent) zu Buche schlagen. Zu allen Preisen muss die nationale Mehrwertsteuer hinzugerechnet werden.

Gibt es andere Möglichkeiten, noch preiswerter aus dem Ausland zu telefonieren?
Ja, beispielsweise über Anbieter wie Whatsapp oder Skype möglich. Dabei entstehen – abgesehen von der Internet-Verbindung – überhaupt keine zusätzlichen Kosten. Das ist aber nur mit Smartphones möglich, auf denen die entsprechenden Apps installiert sind. Außerdem muss auch der Empfänger die entsprechende Software installiert haben.

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