Social-Media-Knigge : Höflichkeit kommt im Netz gut an

2tu20020

Ehrlich und authentisch, kurz wie im Alltag sollte man sich in sozialen Netzwerken geben, raten Experten

svz.de von
24. Juli 2015, 21:00 Uhr

Facebook, Instagram, Twitter und Co sind keine Reiche ohne Regeln. „Grundsätzlich geht es auch bei der Kommunikation in den sozialen Medien zuallererst darum, ehrlich mit seinen Kommunikationspartnern umzugehen“, erklärt Klaus Daidrich, Digital- und Social-Media-Berater aus München. „Wenn man Themen anspricht, sollte man sich dann auch darauf gefasst machen, Kommentare dazu zu bekommen.“ In allen Dialogen sei Respekt gefragt.

Ebenso wichtig ist es, authentisch zu sein. „Die Zeiten, in denen sich Menschen online ein zweites Ich gegeben haben, sind vorbei“, glaubt Jens Albers, Social-Media-Manager aus Velen. Eine Ausnahme bilden sogenannte Trolle, die meist anonym provozieren. „Diesen Störenfrieden sollten Nutzer nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, denn sie leben genau davon“, weiß Albers.

Social-Media-Kommunikation gehe außerdem über das Posten von Texten, Bildern oder Videos hinaus: „Auch das Liken und Favorisieren von Beiträgen anderer Nutzer ist eine klare Aussage.“ Bei der Ansprache rät Klaus Daidrich, das Gegenüber wie bei einem realen Treffen anzusprechen: „In den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Google+ ist ein Du aber durchaus erlaubt und stößt nur in den seltensten Fällen auf Abwehr.“ Bei beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn sei aber Siezen angebracht. Am besten richte man sein Online-Verhalten am Alltag aus, so Daidrich.

Stets gilt: Erst überlegen, dann posten. „Das Netz vergisst nichts, und digitale Inhalte verbreiten sich oft wie ein Lauffeuer“, betont Daidrich. Man sollte andere nicht mit unnützen Beiträgen wie dem zwölften Selfie des Tages oder stündlichen Statusmeldungen nerven. Sonst kündigen diese schnell die Netz-Freundschaft. „Bevor ich etwas online veröffentliche, sollte ich mir noch einmal genau überlegen, ob dieser Beitrag meine Konversationspartner wirklich interessiert“, meint Jens Albers.

Abseits des Benimms sollten Nutzer nicht vergessen, dass das Netz kein rechtsfreier Raum ist. „Ganz vereinfacht gesagt geht es dabei zum einen darum, welche Äußerungen jemand tätigen oder verbreiten darf“, erläutert der Medienjurist Sebastian Telle aus Düsseldorf.„Zum anderen aber geht es um Handlungen, die das geistige Eigentum beeinträchtigen.“

Bei Äußerungen ist grundsätzlich zwischen Meinungen und Tatsachen zu unterscheiden. „Behauptet jemand falsche Tatsachen, die den Ehrschutz von jemandem verletzen, so kann dies verboten werden“, erklärt Telle. Wer dagegen seine Meinung im Netz kundtut, drückt dabei eine subjektive Haltung aus - hier ist nur in sehr gewichtigen Fällen ein Verbot möglich. Strafrechtlich relevant seien etwa Beleidigungen, Stalking oder Volksverhetzung. Als Nutzer muss man im Netz außerdem immer das Urheberrecht beachten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen