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Systemkameras ohne Spiegel : Handlich und so gar nicht langsam

vom
Aus der Onlineredaktion

Hersteller von Systemkameras ohne Spiegel haben in den letzten Jahren aufgeholt - und überholen Konkurrenten mit Spiegel teilweise.

Lange Zeit galten Spiegelreflexkameras als das Maß der Dinge. Wer wirklich gute Bilder machen wollte, griff zu einer DSLR-Kamera (Digital Single Lens Reflex). Fällt der Spiegelkasten im Inneren des Gehäuses weg, spart man Platz und Gewicht. Die Kameras sind kleiner und leichter als DSLR-Modelle, weil kein Spiegel klappt, gibt es kein lautes Auslösegeräusch. „Eine Profi-Kamera mit Teleobjektiv wiegt als Spiegelreflex sechs bis sieben, als Spiegellose ein Kilogramm“, erklärt Markus Bautsch von der Stiftung Warentest.

Im Preis unterscheiden sich die Spiegellosen kaum von DSLRs. Einsteigermodelle gibt es ab etwa 400 Euro.

Doch können die abgespeckten Kameras von der Qualität her mithalten? Ja, sagt Bautsch. „Es gibt inzwischen so hochwertige spiegellose Systemkameras, dass sie sich mindestens mit einer DSLR messen können.“ Der größte Unterschied besteht im Sucher. Normalerweise wirft der Spiegel das Bild vor der Kameralinse nach oben - im Sucher erscheint in etwa das, was später auf dem fertigen Bild zu sehen sein wird. Kameras ohne Spiegel haben diesen „Durchblick“ nicht. Hier ist der Sucher meist ein kleines Display oder man benutzt gleich den Bildschirm an der Kamerarückseite.

Darüber hinaus hängt die Bildqualität, wie bei Spiegelreflexkameras auch, vom Sensor und der Qualität des Objektivs ab. „Es gibt verschiedene Größen beim Sensor“, erklärt Fotolehrer Tom Striewisch. Für Objektive gilt: „Gute Objektive kosten“, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. Und wie bei Spiegelreflexkameras passen nicht alle Objektive aller Hersteller auch auf alle Gehäuse.

Mit einem Vorurteil haben die Spiegellosen besonders zu kämpfen: ihnen haftet der Vorwurf der Langsamkeit an. „Die guten spiegellosen Modelle sind heute mindestens genauso schnell wie Spiegelreflexkameras“, verweist Bautsch auf Testergebnisse. Mit 15 Bildern pro Sekunde liegt hier eine Spiegellose vorne, die meisten DSLRs können da nicht mithalten. Auch der Autofokus funktioniert bei der spiegellosen Technik präzise und schnell.

Also alles auf spiegellos? Einige Vorteile haben die Spiegelreflexkameras doch. „Der optische Sucher ist extrem stromsparend“, erklärt Bautsch. Wer schon eine Spiegelreflex-Ausrüstung hat, wird sich schwertun, das ganze Equipment auszutauschen. Der Rest ist Geschmackssache.

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