Multiplayer : Gemeinsam statt einsam

Zocken im Team feiert ein Comeback: Spaß machen Wettbewerbsspiele natürlich nur, wenn auf dem Sofa die richtige Gruppe sitzt.
Zocken im Team feiert ein Comeback: Spaß machen Wettbewerbsspiele natürlich nur, wenn auf dem Sofa die richtige Gruppe sitzt.

Sich gegenseitig anfeuern, herausfordern und zusammen Siege feiern: Lokale Multiplayer sind im Trend

svz.de von
28. August 2015, 21:00 Uhr

Multiplayer finden im Internet statt – zumindest für jüngere Gamer. Ein Online-Modus gehört bei fast jedem Titel zum guten Ton. Gemeinsam an einer Konsole zocken, war abseits von Sport- und Rennspielen in Vergessenheit geraten. Doch jetzt feiert der sogenannte lokale Multiplayer ein Comeback.

Was macht den besonderen Reiz solcher Spielepartys aus? „Gemeinsames Computerspielen, ob digital oder analog, lebt von Emotion und Interaktion“, sagt Andreas Lange, Direktor des Computerspielemuseums Berlin. „Und das geht am besten physisch, am gleichen Ort.“

Diese Art des Zockens sei historisch gesehen der Ursprung des Computerspiels: „Pong war eigentlich ein reines Zwei-Personen-Spiel“, erklärt er. „Und die frühen Konsolen und Heimcomputer hatten immer mindestens zwei und oft bis zu vier Anschlüsse für Controller.“ In Vergessenheit geraten sei das erst durch die weite Verbreitung des Online-Multiplayers. „Die Anzahl und Auswahl an Leuten, die man dort treffen kann, ist natürlich viel größer“ , so Lange.

Und auch für die Spielehersteller seien Online-Modi reizvoller: Hier braucht in der Regel jeder Spieler seine eigene Titel-Kopie. Gut also für die Verkaufszahlen. Die Spieleparty auf dem Sofa gibt es dagegen schon für nur einmal Geldausgeben.

Viele lokale Multiplayer gehen nun den umgekehrten Weg und verzichten auf einen Online-Modus. Das liegt nicht nur daran, dass Schadenfreude und gemeinsame Erfolgserlebnisse auf dem Sofa mehr Spaß machen. Es gibt schlicht auch technische Gründe, sagt Bennett Foddy von „Die Gute Fabrik“, Entwickler der Spielesammlung „Sportsfriends“: „In vielen solcher Spiele ist der Spaß sofort weg, wenn es nur ein bisschen Verzögerung gibt.“ Beim Online-Zocken lassen sich Verzögerungen (Lags) aber nicht vermeiden.

So wie „Sportsfriends“ (PS4) stammen viele moderne Sofaparty-Spiele von Indie-Entwicklern. „Das sind oft kleine Teams, die eine gute Idee haben und die dann schnell umsetzen können“, sagt Stephan Günzel, Professor für Game Design an der BTK Hochschule für Gestaltung in Berlin. Oft haben die Spiele einen Bezug zu Klassikern wie „Bomberman“, Retro-Pixel-Grafik inklusive – und sie kosten selten mehr als 15 Euro. „So etwas lässt sich dann auch spontan herunterladen und ausprobieren.“

Spaß machen die Wettbewerbsspiele natürlich nur, wenn auf dem Sofa die richtige Gruppe sitzt. Schlechte Verlierer oder Überflieger können die Party schnell verderben. Kooperative Spiele sind dann vielleicht besser. „Das ist natürlich ein anderes Spielgefühl, weil es eher um Teamwork und Koordination geht“, sagt Lange. Hinzu kommt: Solche Koop-Spiele machen auch alleine Spaß, wenn sie etwa Rätsel oder eine Story mitbringen, so der Experte Tobias Hanraths

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