Spielemesse in Köln : Gamescom im Zeichen virtueller Realität

Neues Spielerlebnis: VR-Brillen bestimmen auch die Spielebranche.
Neues Spielerlebnis: VR-Brillen bestimmen auch die Spielebranche.

Computergenerierte Scheinwelten beherrschen Spielemesse vom 18. bis 21. August in Köln

svz.de von
15. August 2016, 21:00 Uhr

Virtuelle Realitäten werden die Gamescom in Köln in diesem Jahr beherrschen. Die Veranstalter erhoffen sich in diesem Jahr erneut eine große Breitenwirkung für die gesamte Branche – und weit darüber hinaus. Auch außerhalb der Unterhaltung würden die Industrie sowie andere Branchen stark von der neuen Technologie als Plattform für das digitale Zeitalter beeinflusst, sagte Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Branchenverbands BIU. Die Gamescom habe sich „von einer Videospiel-Messe zu einem 360-Grad-Event des digitalen Entertainment“ entwickelt. Das Thema Virtual Reality steht stellvertretend für die wachsende Bedeutung der Spiele-Branche über die eigenen Grenzen hinaus als Trend.

Knapp 500  000 Freunde von Computer- und Videospielen erwartet die Koelnmesse in der Stadt. Flankiert von einem umfangreichen Rahmenprogramm werden von Mittwoch an die Hersteller in den Messehallen ein ganzes Füllhorn brandneuer Spieletitel zum Anspielen bereithalten.

Der Andrang ist enorm. Für private Besucher gibt es seit Wochen keine Tagestickets mehr. Wer einen bestimmten Spieletitel ausprobieren will, muss sich vielfach vorab registrieren und erhält einen bestimmten Termin zugewiesen. Nintendo hat zum Beispiel lediglich 50 Besucher vorab akkreditiert, die den neuen Titel der Zelda-Reihe „Breath of the Wild“ anspielen wollen – für mehr reicht der Platz nicht.

Sony will einen großen Teil seines Standes der neuen Rennsimulation „Gran Turismo Sport“ widmen, der erstmals die Nordschleife des Nürburgrings befahrbar macht. Den Fokus will das Unternehmen in diesem Jahr auf seine Virtual-Reality-Brille legen, die voraussichtlich im Oktober auf den Markt kommen wird. Allein 50 Anspielstationen wird es für das Headset auf der Messe geben, über die die Messebesucher in die Welten von „Robinson: The Journey“ oder „Resident Evil 7 biohazard“ eintauchen können.

Auch die VR-Systeme HTC Vive oder die Oculus Rift wird es zum Ausprobieren geben. Auf der Gamescom 2017 werde man dann sehen können, wo es hingeht - „oder sich die Wunden lecken“, weil die Erwartungen zu hoch waren, sagt Stephan Freundorfer, Branchenkenner und Chefredakteur der Website „gamez.de“.

Viele schöne, neue Titel werde es auf der Messe zu sehen geben, aber darüber hinaus werde es eine „relativ normale Gamescom“ werden, schätzt Freundorfer. Große Überraschungen dürften in diesem Jahr ausbleiben.

Microsoft wird sicherlich seine neue Xbox One S mitbringen. Sonys neue Playstation Neo wird in Köln aber voraussichtlich nicht zu sehen sein. „Ich halte die Gamescom für eine großartige Publikumsmesse“, sagte Freundorfer. Zusammen mit dem Business-Bereich biete die Messe eine gute Mixtur, die etwa der reinen Fachmesse E3 in Los Angeles fehle.

Für die Relevanz in Bezug auf Produkte und Neuheiten fehle es ihr aber an Internationalität. Nach Angaben von Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse, werden Aussteller aus 53 Ländern erwartet.

Renate Grimming

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