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Fotografie : Fünf Tipps für gute Tierfotos

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ob zahme Hauskatze oder Tiger in freier Wildbahn: Tierfotos sind echte Hingucker /Der eine, perfekte Treffer ist aber schwer zu erzielen

Tiere sind eines der beliebtesten Fotomotive überhaupt. Gute Bilder sind aber gar nicht so leicht hinzukriegen: Viele tierische Modelle bewegen sich schnell oder unberechenbar, halten sich in schwer zugänglichen Lebensräumen auf oder sind nur bei ungünstigen Lichtverhältnissen anzutreffen. Hier die wichtigsten Tipps, für gute Bilder:

Ausrüstung und Technik: Um größere Distanzen zum Objekt zu überbrücken, ist ein Tele- oder Zoomobjektiv mit mindestens 200 Millimeter Brennweite empfehlenswert. „Ich würde auch ein Einbeinstativ empfehlen“, sagt der Fotograf Guido de Nardo aus Kempen bei Düsseldorf. Das ist kompakt, leicht und schnell aufgebaut. Für Insekten oder andere kleine Tiere braucht es besondere Makrotechnik, entweder ein entsprechendes Objektiv oder eine Bridgekamera mit Makrofunktionen. Für sehr schnelle oder scheue Tiere – wie z.B. Vögel – sind auch Fernauslöser sinnvoll. Damit sowie mit einem Tarnzelt und einem Stativ lassen sich an einem Futterplatz, den Tiere regelmäßig ansteuern, gute Ergebnisse erzielen.

In Szene setzen: „Tiere haben kein Eigeninteresse an dem Foto“, weiß Tierfotograf Botzek. Im Gegensatz zu Menschen muss man sie also trickreich für das Fotoshooting begeistern. Bei Haustieren sind Spielzeug, Leckerli oder ein Assistent hilfreich. Grundsätzlich gilt: Ab auf die Knie. Fotos auf Augenhöhe oder aus der Froschperspektive sind meist interessanter als solche von oben. Damit etwa Fell schön glänzt, kann man mit Gegenlicht fotografieren. Lichtet man die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum ab, muss man mit dem arbeiten, was die Natur hergibt. Sonnenuntergänge, besondere Wolkenformationen, Blumenwiesen oder Wälder helfen dabei.

Schärfe: Sie ist mit die größte Herausforderung, wenn Hund oder Katze wild umherspringen oder ein Vogel davonfliegt. Kurze Verschlusszeiten von 1/250 bis 1/1000 Sekunde frieren diese Momente ein, auch Stativ und Kamera-Bildstabilisator sind hilfreich. Bewegt sich das Tier auf die Kamera zu, hilft es, auf eine Stelle der Strecke scharf zu stellen und die Serienbildfunktion zu nutzen.

Um Hintergrund-Unschärfe zu erzeugen, die Blende weit öffnen und eine lange Brennweite verwenden.

Wichtig ist, dass die Augen scharf sind. Vor allem bei dunklen Tieren, bei denen sich die Augen kaum von der Fellfarbe absetzen, sei das problematisch. Hier helfe es, den Autofokus auf kontinuierliche Schärfemessung oder Mitführschärfe einzustellen.

Glasscheiben: Ein Sonderfall sind Aquarien oder verglaste Zoogehege. „Mit einem Polfilter kann ich die Spiegelung ausschalten“, erklärt Constanze Clauß. Tierfotograf Botzek empfiehlt, das Objektiv direkt auf die Scheibe aufzulegen, sich aber vor Kratzern auf der Linse zu hüten. Dabei hilft etwa eine Gegenlichtblende aus Gummi.

Tierkunde: „Man sollte sich im Vorfeld genau informieren, wo das Tier lebt, was es macht, zu welchen Tages- oder Jahreszeiten und in welchen Situationen es am besten zu beobachten ist“, rät Markus Botzek, Tierfotograf und Mitglied bei der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen. Zum Einstieg eigneten sich Haus- oder Zootiere gut. Bei Nutz- oder Wildtieren hätten Fotografen eine besondere Verantwortung. Dazu zählt, Flora, Fauna und Landbesitz zu respektieren, und nicht etwa über eingezäunte Wiesen zu laufen oder Wildtiere unnötig aufzuscheuchen.

Julia Ruhnau

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