Game-Abos : Flatrate-Zocken an Spielkonsolen

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Einmal pro Monat zahlen und unbegrenzt zocken? / Noch sind die Abos in der Auswahl begrenzt und technisch nicht ausgereift

svz.de von
07. November 2014, 23:02 Uhr

10 bis 60 Euro: Das ist auf PC und Konsole der Preis für ein neues Spiel. Ganz egal, ob man damit mehrere Wochen Spaß hat oder es nach zwei Tagen nie wieder anfasst. Mancher Zocker mag sich da ein Abo-Modell wünschen. Dass es das bisher kaum gibt, hat gute Gründe.

„Bei Spielen ist sowohl die Intensität als auch der Zeiteinsatz pro einzelnem Titel in der Regel deutlich größer“, sagt Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). „Daher ist der Flatrate-Zugriff auf mehrere tausend Spiele-Titel gleichzeitig weniger interessant.“ Testballons gibt es trotzdem. Auf der Xbox One bietet Electronic Arts etwa das Programm EA Access an. Für 3,99 Euro im Monat bekommt man Zugriff auf Titel wie „Battlefield 4“ oder „Fifa 14“. Aber die Auswahl ist im Vergleich zu Videos im Internet noch sehr klein. Ähnliches gilt für Games with Gold und Playstation Plus, die Microsoft und Sony für ihre Konsolen anbieten. Auch hier bekommt man für eine Monatsgebühr keinen ganzen Spielekatalog, sondern eine monatlich wechselnde Mini-Auswahl - teils mit Blockbustern für ältere und meist mit kleineren Titeln für neue Konsolen. Doch es gibt noch Probleme mit der Technik: „Die Spiele von morgen laufen nicht unbedingt auf den PCs von heute. Und alte Titel funktionieren auch nicht unbedingt immer problemlos.“

Gezockt werden kann bei den Abo-Modellen natürlich nur, so lange die Monatsgebühr beglichen wird . „Ich erwerbe bei solchen Diensten nur ein sogenanntes Nutzungsrecht“, erklärt Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Man kann die Spiele jedoch nicht nur nicht weitergeben, sondern auch nicht mehr zocken, wenn die monatliche Zahlung ausbleibt. Denn das Nutzungsrecht ist an einen aktiven Account gebunden. Es gibt aber auch echtes Spiele-Streaming ohne Downloads. OnLive erlaubt seinen Kunden etwa schon seit 2010, für knapp 13 US-Dollar (etwa 10 Euro) monatlich diverse Spiele übers Netz auf den heimischen Rechner zu streamen.

Benötigt wird vor allem eine schnelle und stabile Internetverbindung, nicht mehr ein leistungsfähiger PC. Bisher gibt es OnLive aber nur in den USA. Beim Sony-Dienst Playstation Now, noch in einer öffentlichen Testphase, gilt dies ebenso. Dort zahlt der Nutzer für den stunden- oder tageweisen Zugriff auf jedes Spiel.

„Die Spieleindustrie verspricht sich sehr viel vom Spiele-Streamen, da es die Einstiegshürden für digitale Spiele weiter senkt“, erklärt Maximilian Schenk. Er fügt allerdings hinzu: „Die Technologie für das Streamen von Spielen ist deutlich komplexer als beim Streamen von Musik oder Filmen.“ Schließlich müssen auch Daten vom Spieler zurück zum Spiele-Server fließen. Das setze eine ganz neue, hochstabile Infrastruktur voraus, sagt Prof. Müller-Lietzkow, der deshalb nicht an einen Erfolg des Streaming-Modells glaubt.

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