Gamecheck: Lost Horizon 2 : Flaches Abenteuer in 3D

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„Lost Horizon 2“ scheitert durch den Versuch, mit der Zeit gehen zu wollen.

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21. September 2015, 08:00 Uhr

Animation Arts erschuf mit „Geheimakte Tunguska“ und dem ersten „Lost Horizon“ hervorragende Adventures, die dem darbenden Genre neues Leben einhauchten. Das neue „Lost Horizon 2“  hingegen hinterlässt viele offene Fragen. Da ist zunächst eine krude Story, die versucht, einen Bogen von Nazi-Schergen über russische Machenschaften im Kalten Krieg hin zu nordischer Mythologie zu schlagen. Was im besten Fall nach einem Indiana-Jones-Abklatsch klingt, entpuppt sich als hahnebüchene Geschichte, deren Protagonisten es zu keinem Zeitpunkt gelingt, emotionale Bande aufzubauen. Seinen Teil dazu trägt auch die missratene Technik bei: Der Wechsel von liebevoll gezeichnetem 2D hin zu mäßigen 3D-Kulissen zerstört die gelungene Atmosphäre des Vorgängers. Vieles bleibt nur Stückwerk. Ein an sich interessantes Feature wie der Kombinationstisch kommt nur selten zum Einsatz. Nicht nachvollziehbar ist dann sein Fehlen am Ende des Games, obwohl dort  Basteleien seinen Einsatz quasi fordern. Manchmal werden Aktionen kontextbezogen gesteuert, etwa eine Tür per Maus geöffnet, auch  dieses Element verschwindet rasch wieder von der Bildfläche.    Das Rästseldesign ist solide, wird aber durch eine bizarre Hilfsfunktion ad absurdum geführt, mit der es sich durch das Spiel cheaten lässt.

Das Fazit

„Lost Horizon 2“ scheitert durch den Versuch, mit der Zeit gehen zu wollen. Sämtliche Neuerungen führen zu keinen Verbesserungen, sondern entwerfen Möglichkeiten, die nicht genutzt werden oder scheitern an ihrer unzureichenden Umsetzung. eike

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