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Crowdinvesting : Firmenanteile für Kleinstanleger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit 250 Euro werden Kleininvestoren zu Firmeneigentümern / Crowdinvesting und Neo Investing: Neue Möglichkeiten der Geldanlage

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2015 | 23:25 Uhr

Ein junges Unternehmen aus Mecklenburg holt sich für die weitere Entwicklung mittels Crowdinvesting weiteres Kapital in Höhe von 700  000. EN3 aus Bentwisch entwickelt innovative Systeme zur CO2-freien Stromerzeugung aus ungenutzter Rest- und Abwärme. Beteiligen konnten sich Kleinanleger an EN3, das auch vom Technologiefonds MV gefördert wurde, auf der Crowdinvesting-Seite von Companisto.

Crowdinvesting ist eine Art Kapitalsammelstelle für Unternehmen, die zusätzliches Geld etwa für Investitionen benötigen. Allerdings ist man auf diese Weise nicht im engeren Sinne an EN3 beteiligt, sondern nur Geber eines so genannten partiellen Darlehens, das frühestens 2021 zurückgezahlt wird. Im Darlehensvertrag werden allerdings Abstimmungsrechte im Falle einer in Aussicht gestellten Übernahme durch ein anderes Unternehmen eingeräumt.


Mitspracherechte und Beteiligungsrisiko


Das heißt unter Umständen erhalten die Darlehensgeber nicht nur ein Prozent Verzinsung auf den gewährten Kredit, sondern bei einer Übernahme deutlich mehr Geld zurück – mitunter das Mehrfache der Darlehenssumme. Die Companistos, wie die Beteiligten bei Companisto heißen, müssen der Übernahme mit 75 Prozent Kapitalanteil zustimmen.

Einen Schritt weiter ist Bergfürst gegangen. Weg vom Crowdinvesting zum Neo Investing. Denn seit 2014 ist Bergfürst nicht mehr nur eine von vielen Crowdinvestment-Plattformen, sondern eine Bank. Mit 250 Euro Kapital ist man bereits Immobilien(mit)besitzer des Middendorf Hauses Hamburg; Wert 7,6 Millionen Euro. „Vor allem ist Bergfürst gleichzeitig die Depotbank und die Handelsplattform für die Wertpapiere,“ erläutert Guido Sandler, Mitgründer von Bergfürst. Neo Investing bedeutet bei Bergfürst nämlich Potentiell tägliche Handelbarkeit der Anteile.

Ob allerdings stets ein Käufer der eigenen Anteile, die eine Wertpapierkennziffer erhalten, zum gewünschten Preis bereitsteht, ist nicht garantiert. So günstig man mit kleinen Anteilen einsteigen kann: Auch über den Verlust von einigen hundert Euro würde man sich ärgern.

Zumindest sollte man die Quadratmeterpreise vergleichen. Sonst wäre man als enttäuschter Investor im Nachhinein lieber für ein Wochenende an die Ostsee gefahren.

Ein wichtiger Vorteil von Bergfürst ist, dass Anteilsinhaber ihre Anteile über die Handelsplattform von Bergfürst für Immobilien ungewöhnlich schnell verkaufen können und die Immobilie so zu einer Mobilie im finanztechnischen Sinne wird. Tatsächlich muss Bergfürst erst einmal beweisen, dass sich auf der Handelsplattform für Immobilienanteile auch ausreichend Kaufinteressenten finden, die einen anständigen Preis für die zum Verkauf stehenden Anteile zahlen.

„Mit unserem Konzept möchten wir in der Finanzierungsbranche umwälzende Veränderungen anstoßen,“ sagt Guido Sandler. Wie Joschka Rugo von Companisto berichtet, interessiert sich allmählich auch der Mittelstand für Crowdinvesting-Plattformen.

Lars Hofer, Pressesprecher des Bankenverbandes, sieht durchaus die Möglichkeit, dass Mittelständler sich verstärkt über Crowdinvesting Kapital besorgen, wenn sie es von Banken nicht erhalten können.

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