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Bildbearbeitung Teil 5 : Farbe und Helligkeit anpassen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Profitipps rund um schöne Fotos – Teil 5: Farbverfälschungen am Monitor erkennen und abstellen

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Endlich! Die zugegebenerweise etwas drögen, aber nicht unwichtigen Vorbereitungen mit Organisation, Umbenennung, Starteinstellungen und Bewertungen sind getan - jetzt geht es an die Bildbearbeitungs-Praxis. In diesem Teil erfahren Sie, wie Sie mit einigen Kniffen zu dunkle Fotos aufhellen, überbelichtete (in gewissem Umfang) abdunkeln und Farbstiche beseitigen.

Farbverfälschungen erkennen und abstellen

Andrea Meier korrigiert ein Bild nach dem anderen. Doch beim Druck folgt die böse Überraschung: Ihre Fotos haben alle einen kräftigen Blaustich – obwohl sie doch auf dem Bildschirm richtig gut aussehen. Was ist passiert? Andrea hat an einem Monitor gearbeitet, der die Farben nicht korrekt wiedergibt. So wie Andrea geht es den meisten Bildbearbeitern. Es hilft alles nichts: Eine erfolgreiche Bildbearbeitung ist nur dann möglich, wenn der Bildschirm die Farben genau so wiedergibt, wie sie sein sollten. Dies ist ohnehin an Computermonitoren nur eingeschränkt möglich, denn diese können nur einen kleinen Ausschnitt der für den Menschen sichtbaren Farben wiedergeben. Dennoch lässt sich damit noch gut arbeiten.

Das kleine Problem dabei ist, dass jeder Monitor mehr oder weniger große Abweichungen vom Idealzustand aufweist und sich die Farbwiedergabe im Laufe der Zeit auch noch ändert. Die gute Nachricht: Das Problem von Andrea lässt sich binnen fünf, sechs Minuten lösen. Die schlechte: Um die Farben an Monitoren wiederzugeben, sind spezielle Geräte zwingend erforderlich. Und das kostet – leider – auch Geld.

Für den Farbabgleich (Kalibrierung) sind heute kleine Messgeräte Standard, die zusammen mit einem Messprogramm einen Vergleich des Ist- mit dem Sollzustand durchführen. Das Ergebnis der Messung wird als Gerätebeschreibung (= ITC-Profil) in einer kleinen Datei gespeichert und sorgt nach dem Aufruf über die Grafikkarte für die nötigen Korrekturen – das Foto erscheint auf dem Monitor genau so, wie es tatsächlich ist.

Die Meßgeräte kosten inklusive Software in der Regel ab etwa 120 Euro. Alternativ gibt es Dienstleister, die Monitore kalibrieren. Es gibt sogar – sehr teure – Spezialmonitore, die sich selbst kalibrieren. Es gibt auch die Möglichkeit, Monitore ausschließlich über Software zu kalibrieren – dieses Verfahren hat sich jedoch nicht bewährt, da es selten zu präzisen Ergebnissen führt; die Software-Kalibrierung ist daher eher ein Notbehelf.

Farbe ist ein Sinnesreiz

Was überhaupt ist Farbe, wie nimmt der Mensch diese wahr? Und warum ist das wichtig?

Farbe entsteht durch Sinnesreize. Wird ein Körper beleuchtet, reflektiert er diese Beleuchtung in unterschiedlichen Wellenlängen. In einem Bereich von 400 bis 700 Nanometer nimmt das menschliche Auge diese Wellen als Farben wahr, sobald es auf die farbempfindlichen Sehzellen (= Zapfen) trifft. Kurz-, mittel- und langwelliges Licht reizt die jeweiligen Zapfen, die diese Informationen ans Gehirn weiterleiten, in dem die Farbempfindung entsteht. Kurzwelliges Licht bedeutet Blau, mittelwelliges Grün, langwelliges Rot.

Warum ist die Erkenntnis enorm wichtig, dass die Farbempfindung durch Sinnesreize entsteht?

Für die Bildbearbeitung ergeben sich daraus entscheidende Schlussfolgerungen, die sich unmittelbar auf das Ergebnis auswirken:

  1. Das Farbempfinden ist nicht nur von Person zu Person unterschiedlich, es schwankt auch bei demselben Menschen – ist er müde oder ausgeruht, euphorisch oder niedergeschlagen, sehen für ihn die objektiv gleichen Farben unterschiedlich aus. Begeben Sie sich daher möglichst in ausgeruhtem Zustand an die Bearbeitung Ihrer Fotos. Und gönnen Sie sich rechtzeitig Pausen, spätestens nach einer Stunde.
     
  2. Die Umgebung hat einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis. Nehmen wir als Beispiel einen Bilderrahmen: In einem schwarzen Rahmen wirkt das Bild darin heller, in einem weißen dunkler. Warum wohl ist es üblich, Bewerbungsfotos vor einem blauen Hintergrund aufzunehmen? Weil das Blau die warmen, überwiegend rötlichen Gesichtsfarben betont. Daher sollte die Bildbearbeitung soweit möglich in einer möglichst neutralen Arbeitsumgebung stattfinden und ganz sicher nicht bei grell einfallendem Sonnenlicht.

 


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