Netzwerke : Facebook bald Alltag im Büro?

Das soziale Netzwerk Facebook will zukünftig auch bei der internen Kommunikation in Unternehmen mitmischen und entwickelt die Plattform „Facebook at Work“.
Foto:
Das soziale Netzwerk Facebook will zukünftig auch bei der internen Kommunikation in Unternehmen mitmischen und entwickelt die Plattform „Facebook at Work“.

Das Online-Netzwerk will seine Plattform dem Firmen-Alltag anpassen – doch viele Fragen bleiben offen

svz.de von
17. November 2014, 23:07 Uhr

Experten sind sich schon lange einig: Der Informationsfluss in Unternehmen ist reif für eine Revolution. Facebook sieht die Lösung wohl darin, seine Plattform auf den Firmen-Alltag anzupassen. Mit „Facebook at Work“ sollen sich Mitarbeiter untereinander austauschen und gemeinsam an Dokumenten arbeiten können, berichtete die „Financial Times“. Außerdem könnten sie sich mit beruflichen Kontakten vernetzen. Facebook ist auf Kurs, sich im Alltag eines Fünftels der Menschheit zu etablieren. Doch das weltgrößte Online-Netzwerk strebt wohl nach Größerem, als die zuletzt 1,35 Milliarden Nutzer nur privat zu vernetzen. Facebooks Gründer Mark Zuckerberg will so die Art verändern, wie innerhalb von Unternehmen kommuniziert wird. Die Unternehmensversion solle Nutzern erlauben, berufliche und private Profile zu trennen. Der Dienst werde gerade getestet. Im Büro herrscht noch die Kommunikation per E-Mail vor. Unwichtige Mitteilungen werden häufig zu breit gestreut, relevante Fakten sind dagegen oft ein Geheimnis weniger Empfänger. Das Wissen ist im Intranet oder spezialisierten Datenbanken verteilt, die Mitarbeiter bekommen zu viele Informationen - und oft doch nicht die richtigen.

Facebook greift damit viele Rivalen auf einmal an. So wetteifern unter anderem Microsoft und Google darum, Unternehmen eine Plattform für die Arbeit mit Dokumenten zu bieten. Die Verbindung zu beruflichen Kontakten könnte ins Geschäft heutiger Karriere-Netzwerke wie LinkedIn oder Xing schneiden. Aber Facebook müsste das Vertrauen von Unternehmen gewinnen, um ihre Dokumente speichern zu dürfen. Facebook schlägt viel Misstrauen entgegen, wenn es um Datenschutz und Privatsphäre geht.

Bei Facebook selbst nutzen die Mitarbeiter die eigene Website bereits seit langem auch im Büroalltag. Zumindest anfangs solle die Plattform kostenlos angeboten werden. Facebook finanziert sich durch Werbung. Und je mehr Zeit Nutzer in dem Online-Netzwerk verbringen, desto mehr Anzeigen können eingeblendet werden. Wer nun das Rennen machen wird, der Wandel in den Unternehmen hat längst begonnen. Den Erfolg werde künftig derjenige haben, der „die beste Fähigkeit hat, die Nadel im Heuhaufen zu finden“, glaubt der IBM-Experter Peter Schütt, der ein Zeitalter des „Social Business“ aufkommen sieht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen