Verbraucherschutz : Ende des Routerzwangs

Bei der Einwahl ins Netz dürfen Kunden den Router nun unabhängig vom Internet-Provider wählen
Bei der Einwahl ins Netz dürfen Kunden den Router nun unabhängig vom Internet-Provider wählen

Nutzer dürfen künftig frei wählen, mit welchem Gerät sie online gehen

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09. November 2015, 08:00 Uhr

Verbraucher in Deutschland können künftig selbst entscheiden, mit welchen Routern sie ins Internet gehen. Der Bundestag beschloss am Donnerstagabend einstimmig die Abschaffung des so genannten Routerzwangs. Bislang konnten Internet-Provider ihre Kunden zwingen, bei der Einwahl ins Netz eine bestimmte Hardware zu verwenden. Das hatte – auch aus Sicherheitsgründen – jahrelang für Kritik gesorgt.

Die Abschaffung wird zu einem verstärkten Wettbewerbsdruck führen, bei dem sich die besten Produkte durchsetzen, erklärten Fachvertreter der Unions-Fraktionen im Bundestag. Dies wirke auch der Gefahr flächendeckender Sicherheitslücken entgegen. „Verbraucher- und Datenschutz steigen dadurch quasi automatisch.“ Der Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) begrüßte den Schritt als Gewinn sowohl für Hersteller als auch für Kunden.

Gerade in Deutschland gebe es viele Unternehmen, die innovative und hochwertige Router herstellen, erklärt BITMi Präsident Oliver Grün am Freitag. „Sie waren bisher durch den Routerzwang vom Markt de facto ausgeschlossen.“ Das neue Gesetz definiert nun die Anschlussdose an der Wand als „Netzabschlusspunkt“ und lässt den Kunden die Wahl, welchen Router sie nutzen möchten.

Widerstand gegen die Neuregelung regt sich im Bundesrat, weil mehrere Kabelnetzbetreiber wie UnityMedia die Reform ablehnen. Die Länderkammer kann das Gesetz allerdings nicht stoppen.

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