Künstliche Intelligenz auf Vormarsch : Ende der Smartphone-Ära naht

Bald schon altes Eisen: das Smartphone
Bald schon altes Eisen: das Smartphone

Mobilnetzausrüster Ericsson rechnet bereits in fünf Jahren mit der Ablösung durch Geräte mit künstlicher Intelligenz

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03. Januar 2016, 17:52 Uhr

Smartphones sind eigentlich gar nicht so klug. Die kleinen rechteckigen Kisten muss man sich ans Ohr halten, wenn man nicht ein Extrakabel anschließen will. Man muss auf kleine Bildschirme starren und auf ihnen tippen. Die Geräte könnten schon bald nach ihrem Siegeszug wieder Geschichte sein. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das schwedische Unternehmen Ericsson in einer groß angelegten Verbraucherumfrage. Schon in fünf Jahren soll sich die Smartphone-Ära demnach ihrem Ende zuneigen.

Nur noch fünf Jahre

Der weltgrößte Netzwerkausrüster Ericsson, der früher selbst Telefone produzierte und seinen Hauptsitz einst an der eigens danach benannten Stockholmer U-Bahnstation Telefonplan hatte, befragte 100  000 Verbraucher in Schweden und 39 anderen Ländern. Statistisch soll die Umfrage für 1,1 Milliarden Menschen weltweit repräsentativ sein. „Ein Smartphone in der Hand ist wirklich nicht so praktisch. Etwa wenn man fährt oder kocht, und es gibt zahlreiche weitere Situationen. Deshalb denkt einer von zwei Verbrauchern, dass die Smartphones in fünf Jahren der Vergangenheit angehören werden“, fasst Rebecka Cedering Angström von der Konsumentenforschungsabteilung ConsumerLab bei Ericsson die Studie zusammen.

Schnelle Entwicklung

Ericsson geht davon aus, dass in fünf Jahren ganz andere elektronische Geräte dominieren werden. Geräte, die Menschen an sich tragen und die über künstliche Intelligenz verfügen. Geräte, die teilweise Lehrer, Ärzte oder etwa Finanzratgeber viel unmittelbarer ersetzen helfen, als es mit der Suche im Internet möglich ist. Fünf Jahre wären ein kurzer Zeitraum. „Aber die Dinge gehen heute so schnell von der Idee bis zur Massenproduktion“, sagt Cedering Angström. In der Tat werden Produktlebenszyklen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer kürzer.

Verbraucher wollen neue Anwendungen

Wie genau die Technik nach den Smartphones aussieht, dazu hat Ericsson nur vage Vermutungen. So könnte es viele dreidimensionale Anwendungen geben. „Konsumenten könnten etwa neue Schuhe virtuell anprobieren und sehen, wie sie am eigenen Fuß aussehen“, so Cedering Angström.
Ericssons Verbraucherforschungschef Michael Björn sagt: „Einige dieser Trends wirken recht futuristisch. Aber der Wunsch der Verbraucher nach neuen interaktiven Paradigmen wie künstliche Intelligenz und virtuelle Realität als auch die Integration des Internets an unseren Wänden daheim und in unseren Körpern, ist sehr stark“, sagt er. Deshalb dürften bald neue Produktkategorien auftauchen. „Ganze Industrien werden sich transformieren, um sich an diese Entwicklung anzupassen.“

Hintergrund: Weitere Verbrauchertrends

  • Internetinformationsnetzwerke werden immer besser und beeinflussen den Lebensstil von Verbrauchern dementsprechend immer mehr.
  • Videodienste im Netz werden immer wichtiger. Teenager von 16 bis 19 schauen bereits heute durchschnittlich mindestens eine Stunde am Tag YouTube.
  • Intelligente Sensorsysteme im Eigenheim, die auf alle Wärmeänderungen, Lichtverhältnisse oder Wasserschäden reagieren.
  • Acht von zehn Verbrauchern wollen intelligente Sensoren am und im eigenen Körper tragen, um die Nutzung digitaler Anwendungen praktischer zu gestalten.
  • Die Veröffentlichung von Informationen über illegale Aktivitäten von Firmen durch sogenannte Whistleblower im Internet wird als effektiveres Straf- und Aufklärungsmittel angesehen, als mit den Informationen nur zur Polizei zu gehen.
  • Das widerrechtliche Eindringen in Computersysteme wird weiter zunehmen.
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