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Digital

24. November 2017 | 07:00 Uhr

Ein Helfer wird erwachsen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Anwendungsmöglichkeiten erweitern das inzwischen 25 Jahre alte Navi / Gewitter in 5 km ankündigen

Der Anfang moderner Navigation im Auto erinnert an die gute alte Seefahrt. Denn 1989 beim Start des Navi im Pkw führte noch ein Kompass Regie. Der Autozulieferer Bosch bot damals Bausätze zur Navi-Nachrüstung an, bei denen Radsensoren und ein Kompass ihre Informationen in gespeicherte Straßenkarten einspeisten. Heute, 25 Jahre später, lenken längst Satellitenpositionsdaten (GPS) die Navis. Und die haben inzwischen harte Konkurrenz bekommen: Smartphones.

Während Boschs Navi-Pionier 1989 noch rund 7000 D-Mark kostete, gibt heutzutage die Stiftung Warentest mobilen Navigationsgeräten zum An-die-Scheibe-Heften für nur 130 Euro schon die Note „gut“. Mitte der 1990er-Jahre, als bereits GPS die Richtung vorgab, kostete das Navi von Bosch noch 4000 Mark. Zu haben war es als Serien-Extra in den Flaggschiffen S-Klasse von Mercedes und 7er-BMW.

Inzwischen steuert das Navi nicht nur bei Bosch in eine Zeitenwende. Ein Treiber dabei sind internetfähige Handys. So betont etwa der Navi-Riese Garmin, der für VW und Daimler arbeitet: „Das Geschäft mit Navigationsgeräten steht wegen leistungsfähiger Smartphone-Anwendungen unter hohem Druck.“ Garmin verkaufte auch im dritten Quartal 2014 abermals weniger Navis. Der Umsatz im dazugehörigen Segment der Bilanz sank um fünf Prozent. Die Umsätze bei der Branchengröße TomTom sind bereits „seit einigen Jahren“ rückläufig, wie die jüngste Bilanz festhält.

Doch beim Zukunftsthema automatisiertes Fahren, das vom kommenden Jahrzehnt an immer größere Autopilotenfunktionen zulassen soll, kommt das Navi wieder verstärkt ins Spiel – ohne detaillierte Karten geht bei dem Thema wenig.

Das Navi wandelt sich. Inzwischen verschmilzt es schon mit dem sogenannten elektronischen Horizont, der Autos mit Echtzeit-Informationen aus individuellen lokalen Datenwolken verknüpft, den sogenannten Clouds. Continental kooperiert dabei mit dem IT-Riesen IBM, um die Fahrer auf Wetter, Unfälle oder Staus vorzubereiten – weit mehr als nur Navigation also. Continental-Vorstand Helmut Matschi spricht dabei von „einem Blick in die Zukunft“. So könnten sich Fahrer „frühzeitig auf die kommende Strecke einstellen und aktiv den Verbrauch reduzieren“.

Die wachsende Smartphone-Konkurrenz zeigt außerdem auch Wege zu innovativen Navi-Produkten fernab des Autos. Ein Beispiel sind Armbanduhren, die Sportlern im Freien Positionen und Distanzen verraten und Trainingsziele abgleichen. 25 Jahre nach seinem Start wird das Navi damit erwachsen.

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