Betriebssystem Linux : Die Zukunft mit Pinguin

Linux-Systeme sind an dem Pinguin-Maskottchen zu erkennen.
Linux-Systeme sind an dem Pinguin-Maskottchen zu erkennen.

So starten Linux-Novizen: Das freie Betriebssystem ist stabil und durchaus eine gute Alternative zu Windows

svz.de von
20. Januar 2016, 21:00 Uhr

Egal ob als Alternative oder zusätzlich zu Windows: Wer auf der Suche nach einem sicheren und stabilen Betriebssystem ist, stößt auf Linux. Das freie Betriebssystem mit dem Pinguin als Maskottchen hat viele Vorteile und meint es mit der Freiheit wirklich ernst: Der Nutzer kann selbst entscheiden, ob und wann welche Updates eingespielt werden. Auch wie das System aussieht, und wie es sich bedienen lässt, ist eine individuelle Entscheidung.

Wichtig: Wer Linux nutzen möchte, sollte sich auf etwas Neues einstellen. „Man muss wissen, dass Dinge nicht so funktionieren wie unter Windows und dass sie neu erlernt werden müssen“, sagt Mirko Lindner vom Online-Magazin „Pro-Linux.de“.

Hinzu kommt, dass es das eine Linux nicht gibt. Linux ist nur der Betriebssystemkern, um den herum Software gruppiert wird, damit es benutzbar wird. Ein solches Komplettpaket nennt sich dann Distributionen. Und da Linux frei ist, und die Ansichten über das optimale System auseinandergehen, sind im Laufe der Zeit viele Distributionen entstanden. Damit vor allem Anfänger die Linux-Ausgabe finden, die am ehesten zu ihnen passt, hat der Programmierer Christoph Müller „Distrochooser.de“ eingerichtet.

Auf der Seite bekommt der Nutzer einige Fragen gestellt, und je nachdem, wie er sie beantwortet, werden ihm dann Distributionen vorgeschlagen. Man sollte aber vorher schon zumindest in Grundzügen wissen, was man eigentlich mit seiner Linux-Distribution machen will, rät Müller. So dürfte etwa Gamer interessieren, dass die Spieleplattform Steam gut von Ubuntu unterstützt wird: „Wenn ich nur im Internet surfen will, habe ich natürlich eine größere Auswahl.“ Ähnlich funktioniert auch der Distro Picker auf „Tuxradar.com“.

Hilfreich für Einsteiger könne der Besuch von Foren oder das Lesen von Fachzeitschriften sein, sagt Dominik Wagenführ, Mitherausgeber von „FreiesMagazin.de“, das sich unter anderem mit Open-Source-Software und Linux beschäftigt. Insbesondere auch an Einsteiger richten sich etwa „EasyLinux“ oder die „LinuxWelt“.

Das Schöne an Linux ist, dass man viele Distributionen ganz einfach ausprobieren kann, denn es gibt sie als sogenannte Live-Systeme. Das heißt, sie laufen direkt, ohne installiert werden zu müssen, von einem Speichermedium wie CD, DVD, USB-Stick oder SD-Karte. Dann muss der Rechner nur noch so eingestellt werden, dass er von diesem Medium startet. Bei dem Test kann man dann auch gleich prüfen, ob vom WLAN-Adapter bis hin zum Drucker alles erkannt wird und funktioniert. „Es gibt da einige einsteigerfreundliche Distributionen, die man ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen kann“, sagt Christoph Müller. Zum Beispiel Ubuntu. Gezielt an Einsteiger richten sich etwa PCLinuxOS (PCLOS) oder ZorinOS mit ihren Windows ähnelnden Oberflächen.

Auf der Beliebtheitsrangliste von „Distrowatch.com“ führt derzeit mit deutlichem Abstand Mint, gefolgt von Ubuntu – wobei man wissen muss, dass Mint auf Ubuntu basiert. In den Top 100 finden sich weitere Ubuntu-Ableger wie Lubuntu, Xubuntu oder Kubuntu. Die große Ubuntu-Familie hat für Anfänger den Vorteil, dass es eine rege Community gibt. So finden Einsteiger etwa in Foren oder Wikis schnell Hilfe bei Ubuntu-Problemen. „Ubuntuusers.de“ sei sicher eines der besten Ubuntu-Foren, sagt Müller.

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