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Personalisierte Werbung : Die neuen Facebook-AGB umgehen: So geht's

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Was bedeuten die neuen Facebook-AGB? Gibt es eine Alternative zur Löschung? Ja, sogar mehrere. shz.de zeigt, was man tun kann.

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 18:00 Uhr

Die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Facebook erlauben dem sozialen Netzwerk unter anderem, Werbung, die auf den Nutzer zugeschnitten wird, zu schalten. Anders als bisher will Facebook dabei nicht nur auf die vom Nutzer eingestellten Daten zugreifen können. Das persönliche Profil des Nutzers soll über dessen Internet-Nutzungsverhalten aufgebaut werden. So kann Facebook erkennen, auf welchen Seiten ein Nutzer sich regelmäßig aufhält und die Werbung dadurch direkt auf ihn anpassen.

Dieses Verfahren ist jedoch nichts Neues. Andere Unternehmen wie Google haben das ganze schon vorgekaut. Die persönlichen Daten der Nutzer sollen durch ein eigenes Werbenetz der Anbieter zu Geld gemacht werden. Durch die AGB wird Facebook nun erlaubt sein, was Google schon lange macht: die Anzeige von personenbezogener Werbung.

Neben der personalisierten Werbung gibt es in den AGB weitere Änderungen:

  • So soll es den Nutzern leichter gemacht werden, zu entscheiden, wer die Inhalte der eigenen Facebookseite sieht.
  • Auch können die Standortdaten mit Werbeanzeigen verbunden werden. Das heißt: Wer seine Standortdaten teilt, kann Informationen über Restaurants in der Nähe erhalten.
  • Eine neue Funktion soll mit der Änderung eingeführt werden. Mit dem „Kaufen“-Knopf können Nutzer Waren direkt über das Facebook-Konto erwerben.
 

Dass die neuen AGB die Datenschützer nicht kalt lassen, ist klar. So sagte Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter für Schleswig-Holstein, bereits im November, dass die neuen AGB eine Schweinerei und hochgradig kritisch und unzulässig seien. Das Problem an den neuen Richtlinien ist die fehlende Zustimmung durch den Nutzer. Entweder stimmt man den AGB zu, indem man sich am Freitag bei Facebook anmeldet, oder man löscht seinen Account. Ganz oder gar nicht, ist hier die Devise.

Wer nicht gleich seinen Account löschen möchte, der sollte sich einige Punkte ansehen, mit denen man die neuen Richtlinien umgehen kann:

1. Wer einen Browser hat, sollte einen zweiten installieren:

 

Die meisten Internetnutzer gehen mit Firefox oder Chrome ins Netz. Meist reicht ein Browser. Möchte man durch Facebook nicht verfolgt werden, sollte man einen zweiten Browser installieren. Damit die Richtlinien möglichst ins Leere fahren, kann man dann Facebook in einem eigens dafür installierten Browser benutzen. So kann Facebook nichts verfolgen, außer den eigenen Cookie. Der Vorteil ist, dass der Browser eine eigenständige Software ist und keine Daten ausgetauscht werden. Alternativen zum Internet Explorer, Chrome oder Firefox sind Opera und Apples Browser Safari.

2. Die Datenverfolgung einfach ausschalten mit „Your Online Choices“:

Auch die Ausschaltung der nutzerbasierten Werbung ist für jeden Browser und jedes Gerät möglich.
Auch die Ausschaltung der nutzerbasierten Werbung ist für jeden Browser und jedes Gerät möglich. Foto: Screenschot Your Online Choices
 

Datenverfolgung war gestern. Nicht nur für Facebook, sondern für alle Seiten, kann man die nutzungsbasierte Werbung ausschalten. Über die Seite „Your Online Choices“, berichtet wdr.de. Dies muss einfach einmalig für jeden Browser ausgeführt werden. Auch auf Facebook ist der Link in den Privatsphäre-Einstellungen hinterlegt (siehe Punkt 4).

3. Das Ingoknito-Fenster:

Der Inkognito-Modus macht das Surfen anonym. Nach dem Schließen werden Suchverläufe und Cookies gelöscht.
Der Inkognito-Modus macht das Surfen anonym. Nach dem Schließen werden Suchverläufe und Cookies gelöscht. Foto: Screenshot/Chrome

Um die Datenmaschine Facebook auszubremsen, kann man auch den Privatsphäre-Modus im Browser aufrufen. Suchverläufe und Cookies werden nach Schließen des Browsers gelöscht. Personalisierte Werbung hat so kaum eine Chance. Bei Chrome einfach oben rechts das Menü aufrufen und ein „Neues Inkognito-Fenster“ öffnen. Ähnlich geht es bei Firefox. Menü öffnen und „Privates Fenster“ öffnen. Auch der Internet Explorer unterstützt das private Surfen. Im Menü unter Sicherheit kann man „InPrivate -Browsen“ aktivieren.

4. Die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook

Wer nicht möchte, dass Facebook zukünftig Werbung aufgrund des eigenen Surfverhaltens (auch außerhalb von Facebook) schaltet, sollte einmal einen Blick auf die Privatsphäre-Einstellungen werfen. Hier gibt es unter der Rubrik „Werbeanzeigen“ die Möglichkeit, gewisse Werbeformen zu verbieten.

Die ersten zwei Punkte auf der Liste kann man editieren und die Verfolgung auf „Niemand“ stellen. Hier geht es um das Verbot für andere Seiten, den Namen oder das Foto in Werbeanzeigen zu verwenden. Der unterste Punkt in diesem Reiter führt auf die in Punkt zwei dieses Artikels beschriebene Webseite zur Einschränkung der Werbung außerhalb von Facebook (Your Online Choices). Auf „European Digital Advertising Alliance“ klicken, dann „Germany“ und dort unter „Präferenzmanagement“ alle entsprechenden Seiten verwalten, die das Surfverhalten nicht zur Bewerbung nutzen dürfen.

Auch der Reiter „Apps“ ist hilfreich, möchte man verhindern, dass Apps im eigenen Namen werben. Dazu gehört die „umgehende Personalisierung“ sowie die Option „von anderen Nutzern verwendete Apps“. Hier kann man entscheiden, welche Informationen Apps oder Webseiten nutzen dürfen.

Wer dem nicht traut, dem bleibt dann doch nur der letzte Schritt:

5. Die Löschung des Accounts:

Die Löschung des Kontos funktioniert über den „Hilfe“-Punkt im Menü. In der Suchzeile „Konto Löschen“ eingeben und den Punkt „Wie kann ich mein Konto dauerhaft löschen?“ anklicken. Zunächst wird auf die vorübergehende Deaktivierung des Kontos informiert. Der Link zur Löschung des Kontos befindet sich am Ende oder einfach auf der Seite: https://www.facebook.com/help/delete_account

Letzter Schritt: Facebook löschen.
Letzter Schritt: Facebook löschen. Foto: Screenshot Facebook
 

Wer nun den Button „Mein Konto löschen“ betätigt, dessen Profil wird vorerst nur stillgelegt. Die Daten bleiben etwa 14 Tage bis einen Monat erhalten, in der Hoffnung, man entscheide sich doch wieder um. Wer sich in der Zeit wieder einloggt, der unterbricht den Löschvorgang.

Erst nach gut 90 Tagen ist der Daten-Löschprozess abgeschlossen. Eine Garantie auf vollständige Löschung der Daten gibt es dann jedoch immer noch nicht.

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