Blog : Der Willkommens-Botschafter

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In einem Tumblr-Blog sammelt Lutz S. Willkommens-Grüße für Flüchtlinge - Hunderte machen mit

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16. August 2015, 21:00 Uhr

Die Frau auf dem Foto hält ein Schild. „Kein Mensch ist illegal! Herzlich willkommen“, steht darauf. Ein Mann hat sich im Auto fotografiert, er streckt den Daumen nach oben. „Willkommen in Deutschland“ steht unter seinem Bild. Solche Selfies mit persönlichen Botschaften sammelt Lutz S. in seinem Tumblr-Blog. Auf der Seite 1000malwillkommen. tumblr.com heißen Internetnutzer Flüchtlinge in Deutschland willkommen.

In einem Fernsehbeitrag hatte der 32 Jahre alte Münchner eine Frau gesehen, die sagte, sie sei für Flüchtlinge – damit aber wohl in der schweigenden Minderheit. „Das hat mich geärgert“, berichtet Lutz S. „In der Berichterstattung geht es oft um Schlechtes im Zusammenhang mit Flüchtlingen: ein Aufmarsch von Rechtsextremen findet statt oder Demonstranten beschimpfen Flüchtlinge.“ Er wolle dem etwas Nettes entgegensetzen, sagt er: „Ich dachte mir: Es muss doch möglich sein, dass sich Leute wieder trauen, Unterstützung für Flüchtlinge zu äußern.“

Vor gut zwei Wochen startete er einen Tumblr-Blog und rief auf, Willkommensgrüße und ein Foto von sich selbst zu posten. Ein Selfie sei einfach und schnell gemacht und auf Tumblr könne jeder problemlos Inhalte hochladen, erklärt er. Mit einem Bild von sich legte Lutz S., der als Social Media-Manager eines Online-Angebots arbeitet, los. „Ich habe ein paar Freunde informiert, dann lief es von selbst.“

Zahlreiche Internetnutzer machten mit. Rund 250 Beiträge sind inzwischen zusammengekommen. Bevor die Beiträge online gehen, prüfen Lutz S. oder eine Mitstreiterin sie – Probleme habe es bislang noch nicht gegeben, erzählt der Münchner. Auch auf den Twitter- und Facebook-Seiten zur Aktion seien kaum negative Kommentare aufgeschlagen.

Ein spezielles Ziel verfolge er mit seiner Kampagne nicht. Es müssten auch nicht unbedingt 1000 Willkommensgrüße werden, wie es im Titel des Blogs heißt. „Die Zahl steht stellvertretend für sehr viele“, sagt Lutz S. „Wenn noch mehr Menschen mitmachen, dann freue ich mich natürlich.

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