Ratgeber : Der Weg zur richtigen Tastatur

Für Vielschreiber empfiehlt sich eine ergonomisch angepasste Tastatur.
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Für Vielschreiber empfiehlt sich eine ergonomisch angepasste Tastatur.

Da nicht jedes Modell für jede Aufgabe gleich gut geeignet ist, sollte man sich nicht mit der falschen das Leben schwer machen

Letztendlich ist sie für viele nur ein Arbeitsgerät. Sonderliche Wertschätzung genießt die Tastatur in der Regel nicht. Man schreibt halt auf ihr, kippt ab und an aus Versehen ein Getränk hinein oder schlägt vor Wut auch mal kräftig drauf. Aber was in ihrem Inneren vorgeht, wie die Fingertipper als Buchstaben auf dem Bildschirm landen, und wie man sich durch die Wahl der richtigen Tastatur die Arbeit erleichtern kann - daran denkt kaum jemand. Dabei ist die Tastatur mehr als ein Biotop für Krümel, Kaffee und Hautschuppen - sie ist ein Hochleistungsarbeitsgerät. Doch nicht jedes Modell ist für jeden Nutzer gleich gut geeignet. Wie so oft liegen die Details unter der Haube, respektive unter den Tasten. Grob gesagt, gibt es drei Wege, den Fingertipper in ein Signal für den Computer zu verwandeln. Bei der Membrantechnik wird ein Gummihütchen heruntergedrückt, um den Stromkontakt für das Schaltersignal herzustellen. Das ist günstig, bietet ein recht gefühlloses Schreiberlebnis und leiert schnell aus. So auch die flacheren Scherentasten. Bei ihnen federn Plastikbügel den Tastendruck auf die Membran ab. Sie verschleißen langsamer und müssen nicht tief gedrückt werden. Der dritte Weg sind mechanische Schalter - das hält am längsten. Je nach Modell haben sie verschiedene Eigenschaften. Einige lassen sich bis zu einem Druckpunkt sehr leicht betätigen, andere schwerer, spezielle Taster für Spieler erlauben besonders häufige Wiederholungen, ohne dass die Taste losgelassen werden muss.

Welche Technologie wählen? „Man sollte herausfinden, was man momentan am meisten tut, und sich Gedanken machen, was an der aktuellen Tastatur nicht gefällt“, sagt Gerald Himmelein, Experte für Tastaturen und Mäuse bei der Zeitschrift „c't“. „Wenn man niedrige Ansprüche hat, reicht eine bessere Membrantastatur“, sagt Himmelein. Gute Modelle sind ab 40 Euro zu haben. „Wer mehr tippt, braucht ein besseres Gerät. Gamer brauchen eine Tastatur mit soliden mechanischen Tasten, die nicht haken.“ Rund 60 Euro kostet der Einstieg in die Welt der mechanischen Schalter, für Spitzenmodelle mit verschiedenfarbiger Beleuchtung und anderen Extras werden bis zu 300 Euro fällig.

Um seine Vorlieben zu entdecken, hilft nur eins: Tippen, tippen, tippen. Mindestens zehn Minuten sollte man vor dem Kauf ausprobieren, ob die Arbeit mit einer Tastatur angenehm ist, rät Himmelein. Wer viel mit Tastenkombinationen arbeitet, sollte einen Blick auf Modelle mit Funktionstasten werfen. Hier können häufig Befehle abgespeichert und mit einem Tastendruck aufgerufen werden. Wer viel am Schreibtisch arbeitet, für den reiche ein Modell mit Kabel.

Um sicher zu gehen, sollte man im Handel ein Rückgaberecht vereinbaren. Nicht selten, so hat Himmelein bemerkt, verfliegt nach einigen Tagen die Begeisterung für ein Modell. Wer online bestellt, hat ohnehin 14 Tage Rückgaberecht.

Bei der Modellwahl sollten Nutzer auch auf den Komfort achten. Prof. Hartmut Wandke von der Berliner Humboldt-Universität rät zu möglichst flachen Modellen mit leichtgängigen Tasten, bei denen sich der Widerstand langsam bis zum Druckpunkt erhöht. Damit die Finger nicht abrutschen, sollten die Schalter leicht eingewölbt sein oder eine angeraute Oberfläche haben. Um sie besser an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen, sollte eine Tastatur außerdem in der Neigung verstellbar sein. „Wenn Sie den ganzen Tag arbeiten, empfiehlt sich eine ergonomische Tastatur“, sagt Prof. Wandke. Diese sind in der Mitte geteilt und an die natürlichen Ausrichtung der Hände und Unterarme angepasst. Die Umgewöhnung kann anfangs schwerfallen. Wandke rät deshalb zu Modellen, bei denen sich der Abstand zwischen beiden Tastenfeldern stufenlos vergrößern lässt.

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