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Windows aus der Krise : Der Retter von Microsoft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der neue Chef will Windows-Produkte wieder an die Spitze des Marktes bringen.

„Es sind aufregende Zeiten für uns“, sagt der neue Microsoft-Chef Satya Nadella. Der Satz ist eine Untertreibung. Der Konzern steckt mitten im größten Umbruch seiner Geschichte. Die „Cash Cow“ Windows wirft wegen schrumpfender PC-Verkäufe weniger ab; in der mobilen Welt ist Microsoft nicht der Marktführer, sondern nur ein Herausforderer.

Jetzt stellt das Team um den vor zwei Monaten angetretenen Nadella bei der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco die Neuheiten vor, die Microsofts Weg in die Zukunft sichern sollen. „Ein Windows-Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Haushalt“, war die Parole, die Gründer Bill Gates in den Anfangstagen ausgegeben hatte.

In den 90er-Jahren hatte Gates dieses Ziel erreicht. Sein Nachfolger Steve Ballmer verpasste es aber, ein Smartphone in jede Hosentasche zu stecken. Den Job erledigten Apple mit dem iPhone und Google mit den diversen Android-Handys.

Doch Nadella will Apple und Google, aber auch neuen Herausforderern wie Amazon das Feld nicht kampflos überlassen. Für Smartphones und kleinere Tablets verlangt Microsoft von den Herstellern künftig keine Lizenzgebühr mehr. Im Klartext: Nadella verschenkt das Betriebssystem, um die Plattform Windows Phone am Markt zu stärken. Zudem spendiert er den Windows-Smartphones Funktionen wie die persönliche Assistentin Cortana, eine Kollegin – und Rivalin – von Apples Siri.

„Wir werden mobile Geräte quer durch alle Preiskategorien sehen“, verspricht Nadella den rund 4000 Entwicklern in San Francisco. Die Software-Spezialisten müssen schließlich die passenden Apps programmieren. Und das lohnt sich für sie nur, wenn die Verbraucher am Ende auch Windows-Smartphones und -Tablets kaufen.

Der Schritt ziele auf das schnell wachsende Geschäft in Schwellenländern, erklärt Gartner-Analystin Carolina Milanesi: „Ein kostenloses Windows Phone ist der einzige Weg, um neue Partner relevant zu machen, da Hersteller wie Micromax, Foxconn, Longcheer mit Lizenzkosten nicht konkurrenzfähig sein können.“

Zeitgleich will Nadella die Arbeit mit Windows auf dem PC wieder zu einem Vergnügen machen. Microsoft hatte viele Nutzer mit der Kachel-Oberfläche von Windows 8 vergrault. Mit dem nächsten Update wird der klassische Desktop aufgewertet.

Für Nadella sind dies nur Zwischenschritte. Er will „die breiteste Plattform“ für Geräte überhaupt erschaffen. PCs, Smartphones, Tablets – auf allen Apparaten sollen die gleichen Apps laufen und alle sollen über die Clouddienste von Microsoft untereinander problemlos Daten austauschen können. Ein Windows-Kühlschrank scheint nur noch eine Frage der Zeit.

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