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Digital

14. Dezember 2017 | 03:44 Uhr

Ratgeber : Der Film aus der Fotokamera

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kameras können heutzutage viel mehr, als nur Standbilder zu schießen: Tipps für Videos mit der Spiegelreflex

Moderne Spiegelreflex- und Systemkameras produzieren nicht nur tolle Bilder, sondern auch schöne Videos. „Mit der Spiegelreflexkamera lassen sich Einstellungen wie Lichtempfindlichkeit, Blendenöffnung oder Belichtungszeit manuell regeln und so zum Beispiel Schärfe oder Belichtung des Videos optimieren“, sagt Timm Lutter vom IT-Verband Bitkom. Doch der Dreh mit den Fotokameras geht nicht so leicht von der Hand wie bei Camcordern.

Das beginnt bei den Einstellungen: „Wer alles auf Automatik stellt, erzielt möglicherweise zwar für den Hausgebrauch akzeptable Videobilder, kann diese aber mit einem aktuellen Smartphone oft schon genauso gut machen“, erklärt Videoexperte Martin Heller. „Ich empfehle, die Vorteile einer DSLR-Kamera auszuspielen und zeige selbst Neulingen an der Kamera gleich, wie sie Blende, ISO-Wert und Schärfe manuell regeln und richtig einsetzen“, erklärt Heller, der auf seiner Webseite webvideoblog.de Tipps gibt. Nur den Weißabgleich und die Ton-Einstellungen können Anfänger der Automatik überlassen. Als Auflösung empfiehlt er Full HD (1920 mal 1080 Pixel), für die sogenannte Framerate 25p oder 50p. Heikel ist der Autofokus: „Dieser ist bei den meisten Spiegelreflexkameras im Videomodus langsam und pumpt, fokussiert also unruhig hin und her“, sagt Andreas Jordan von der Zeitschrift „Fotomagazin“. Die Alternative ist, das Bild manuell scharfzustellen. Das klappt aber nicht immer: „Bei Action-Aufnahmen oder in schwierigen Situationen kann der Autofokus die bessere Wahl sein“, meint Martin Heller.

„Überlegen Sie sich vor dem Dreh, was genau Sie aufnehmen wollen“, rät Andreas Jordan. Wer eine Geschichte erzählen möchte, braucht ein kleines Drehbuch. „Machen Sie sich Gedanken zu Perspektive, Brennweiten, Licht und Hintergründen“, so der Redakteur. Martin Heller warnt eifrige Filmer: „Bewegtbild heißt nicht, dass sich die Kamera bewegen muss!“ Ruhig oder fest eingerichtete Bilder seien meist besser, die Bewegung sollte dann innerhalb des gewählten Bildausschnittes geschehen. „Beim Videodreh die Situation oder Handlung in mehrere Aufnahmen gedanklich zerlegen, anstatt mit der Kamera alles auf einmal einfangen zu wollen – das ist wichtig“, so Heller.

Entscheidend sind auch die Objektive: Hier gibt es spezielle Videoobjektive (VDSLR). „Diese eignen sich besser für das manuelle Fokussieren und bringen rastfreie und stufenlose Ringe für die geräuschlose Blendensteuerung mit“, erklärt Jordan. Bei der Objektivwahl sollte man auf die Lichtstärke achten, um bei lichtschwachen Situationen gute Aufnahmen zu machen: „2.8 oder 4.5 ist besser als 5.8 oder höher“, rät Heller. Zudem ist ein Bildstabilisator sehr hilfreich, abgekürzt IS für Image Stabilisator. Ebenso relevant ist der Ton: „Externe Mikrofone sind Pflicht, wenn Sie den O-Ton in guter Qualität aufnehmen wollen. Bei internen Mikrofonen nehmen Sie fast immer Kamera- und Bediengeräusche auf“, sagt Jordan.

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