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Datenschutz : Den Handy-Apps alles erlauben?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bezahlt mit Daten: Smartphonenutzer sollten genau aufpassen, welche Berechtigungen sie den Anwendungen einräumen

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Kostenlose Apps können praktische Helfer im Alltag sein - die Taschenlampe, der Barcode-Scanner oder die Navigationsapp. Doch App-Entwickler sind in den meisten Fällen keine selbstlosen Geschenkegeber - sie wollen von den Anwendungen profitieren. So werden beispielsweise Werbebanner eingeblendet, die auch nicht selten genau das zeigen, was die Nutzer kurz vorher in eine Suchmaschine eingetippt haben. Denn die Anwendungen sammeln Daten, die ein lukratives Geschäft sein können. „Wichtig ist, darauf zu achten, welche Berechtigungen man der App einräumt“, sagt Markus Merkle vom Portal „Handysektor.de“.

Insgesamt 160 verschiedene Berechtigungen können Apps anfordern. Von der Anfrage zur Bestimmung des Speicherorts bis hin zum Zugriff auf Adressbuch, WLAN-Einstellungen und andere sensible Daten. „Am besten schaut man bereits vor dem Download einer App, ob die geforderten Berechtigungen überhaupt zur Funktion passen“, sagt Merkle.

Auch den Hersteller einer App sollte man sich genau ansehen. Ein seriöser Entwickler wird seltener das Risiko eingehen, durch dubioses Verhalten seines Programms seinen Ruf zu schädigen. „Aber auch hier kann man nicht pauschal sagen, dass nur kleinere Programmierer per se Daten abgreifen“, sagt Merkle.

Sie empfiehlt bei Unsicherheit die Recherche nach Problemen oder das Nachlesen in Fachzeitschriften. Auch der Blick in die Nutzerbewertungen einer App kann helfen. „Gerade die negativen Kommentare können hier durchaus hilfreich sein, sollten aber auch nicht als einzige Entscheidungshilfe fungieren.“ Einige Berechtigungen könnten aber mit geringen Bedenken erteilt werden. „Zugriff auf den Speicher ist meist unproblematisch, auch Internetzugriff ist eher unbedenklich“, sagt der Redakteur.

App-Entwickler Tim Christmann warnt besonders vor dem Zugriff auf SMS: „Man bekommt häufig Sicherheitscodes per SMS zugeschickt. Wenn also eine App darauf Zugriff hat, ist die Lücke vorprogrammiert.“ Oft stünden der Wert der Daten und der Nutzen der App in einem ungünstigen Verhältnis - für den Verbraucher. „Große Anbieter wie Google werten die Daten wahrscheinlich eher für eigene Zwecke aus - bei kleineren Anbietern kann Datenmissbrauch durchaus zu Erpressung führen“, sagt Christmann.

Auch ist nicht jedes zunächst seriös erscheinende Appangebot wirklich sicher. „Manche fälschen geschickt die Namen und Logos namhafter Hersteller, so dass man auf den ersten, schnellen Blick denken könnte, es handele sich tatsächlich um eine bekannte Firma.“

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