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E-Mail-Adressen und Passwörter geklaut : Datenklau im Internet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mindestens drei Millionen deutsche Nutzer sind vom Diebstahl betroffen / Behörden und Provider unter Zeitdruck

Erneut sind Kriminelle in den Besitz von Millionen Datensätzen im Internet gelangt. Das gefährliche daran: Neben den 18 Millionen E-Mail-Adressen hatten sie auch gleich die dazugehörigen Passwörter abgefischt. Unter Umständen kann das eine Freikarte sein zum ungehinderten Einkaufen im Netz unter fremdem Namen. Die Daten lassen sich aber auch für den Zugang zu Online-Netzwerken missbrauchen.

Es ist nicht der erste Fall von Datenklau in großem Stil. Erst vor wenigen Monaten war bekannt geworden, dass 16 Millionen Datensätze in die Hände von Kriminellen gerieten. Nach Angaben von Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft, stehen die beiden Funde in Zusammenhang. Damals verfolgten die Ermittler die Spur bis ins Baltikum.

Der aktuelle Vorfall zeige, dass das Thema Datensicherheit „endlich eine Priorität auf der Bundes- und Länderebene einnehmen“ müsse, so der Verein Cybersicherheitsrat Deutschland. Nur wenn die betroffenen Nutzer schnell informiert würden und die nötigen Maßnahmen eingeleitet werden könnten, könne das Schadensausmaß begrenzt werden.

Das Bundesinnenministerium betonte gestern allerdings, dass bei der Beurteilung solcher Funde auch Datenschutzfragen beachtet werden müssten. Die Datenanalyse und das Prüfverfahren seien zudem technisch kompliziert.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verden geht es bei dem neuen Fund um einen Berg „frischer Mail-Konten“, die noch aktiv genutzt werden. Einige davon sollen aktuell bereits zum Versenden von Spam-Mails missbraucht worden sein.

Einen großen Beitrag zur Sicherheit können inzwischen die Nutzer und potenziellen Opfer selbst leisten. Wer im Netz unterwegs ist, sollte dafür beispielsweise „keinesfalls ein Administrator-Konto“ nutzen. Alle gängigen Betriebssysteme böten die Möglichkeit an, sich auch als Nutzer mit eingeschränkten Rechten anzumelden, betont die Behörde.

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erstellt am 04.Apr.2014 | 19:31 Uhr

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