zur Navigation springen
Digital

20. Oktober 2017 | 22:06 Uhr

Geburtstag : Das Youtube-Imperium

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor zehn Jahren startete das Video-Portal: Heute ist es ein Milliarden-Geschäft

von
erstellt am 14.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Alles begann mit Elefanten. Das erste YouTube-Video zeigt zwei gemütliche graue Tiere im Zoo. Nach 18 Sekunden ist der Clip vorbei. Heute sind auf YouTube Millionen Elefantenvideos zu sehen, und dazu ziemlich alles andere, was Menschen in bewegten Bildern festhalten können. Mitte Februar 2005 registrierten die Gründer Chad Hurley und Steve Chen die Seite YouTube.com und legten so den Grundstein für das Video-Imperium, dass dieses Jahr seinen 10. Geburtstag feiert.

Fast jeder kennt die YouTube-Videos, die in den vergangenen Jahren zum Massenphänomen geworden sind. Passanten tanzen zu Pharrell Williams’ Song „Happy“ durch Städte, Feuerwehrleute zappeln beim „Harlem Shake“, junge Menschen zeigen anderen jungen Menschen, wie man Nudeln kocht, das nächste Level bei Minecraft erreicht oder den perfekten Lidstrich zieht. Unter Jugendlichen in  Deutschland ist die Plattform eines der beliebtesten Online-Angebote überhaupt: 30 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen nennen YouTube als eine der Webseiten, die sie häufig nutzen.

Für Jugendliche sind die Filmemacher die neuen Stars. Millionen Abonnenten verfolgen die Videos von bekannten YouTubern. Auch in Deutschland gibt es eine Handvoll dieser Stars mit hunderttausenden Fans, darunter Ratgeber Sami Slimani, die Comedy-Zwillinge „DieLochis“, Videospieler Simon Unge oder die Modebloggerin Daaruum.

Glückliche Schweriner

Zum Charterfolg „Happy“ des Musikers Pharell Williams tanzten auch Passanten in der Landeshauptstadt.

YouTube-Titel: Pharell Williams - Happy Schwerin Edition

Mädchen von Nebenan

Maxie Th aus MV spricht in ihrem Video-Blog gern über Mode, Kosmetik und alles, was eine Jugendliche in ihrem Alter bewegt.

YouTube-Titel: Maxie Th

Natur pur:

In seinen Clips verdeutlicht Danny S., wie in MV Landwirtschaft betreiben wird. Dabei setzt er vor allem die Maschinen groß in Szene.

YouTube-Titel: Danny S.

Unser Favorit

Für alle Helfer in der Elbflut 2013:  Leo, Benjamin und Eddy  wohnen in der Elbregion, füllten Sandsäcke und präsentieren im Video  eine Hymne „Gemeinsam sind wir stark“ zum Dank an alle Helfer.

Kanal: medienhaus nord

„YouTuber sind oft Vorbilder, sind bester Kumpel, großer Bruder und Ersatzelternteil in einem“, sagt Mirko Drotschmann. Der 28-Jährige erklärt in seinen Videos als „MrWissen2go“ aktuelle Themen und hilft bei Schulaufgaben. Jugendliche fühlen sich den YouTubern näher als Popstars oder Fernsehschönheiten, sagt er. „Die YouTube-Stars sind eher Leute von nebenan.“

Manche YouTuber sind so bekannt, dass sie mit ihren  Videos Geld verdienen. Sie bekommen einen  Teil der Einnahmen aus Werbung, die vor und während ihrer Videos angezeigt wird. Andere wollen auch den Offline-Markt erobern: Die drei Slimani-Geschwister haben etwa ein Buch auf den Markt gebracht. Andere YouTuber halten Produkte in die Kamera oder arbeiten mit Unternehmen zusammen. In Deutschland rief das bereits die Medienaufsicht auf den Plan, die in einem Fall prüfte, ob das Anpreisen als Schleichwerbung zu werten sei.

Das zeigt: Zehn Jahre nach der Gründung ist YouTube auch ein Milliarden-Geschäft geworden. Unternehmen wollen über die YouTube-Stars junge Käufer erreichen und rangeln um den nächsten viralen Hit im Netz. Edeka landete so einen Treffer mit dem „Supergeil“-Spot, in dem Schauspieler Friedrich Liechtenstein singend Lebensmittel anpreist („Es ist supergeil, supergeil“).

Andere Firmen versuchen, ihre Anzeige wie ein Nutzervideo aussehen zu lassen. Das geschah bei dem schwarz-weißen Video „First Kiss“, in dem sich Fremde zum ersten Mal küssten. Millionenfach geteilt, entpuppte sich der Clip schließlich als Werbung für eine Kleidungsmarke. Das verletzte die oberste YouTube-Regel:  Sei du selbst.

Ehrlichkeit sei wichtig, sagt Nilam Farooq alias Daaruum, eine der erfolgreichsten deutschen YouTuberinnen. „Wenn du das lange machen willst, merken die Leute sehr schnell, ob du dich verstellst.“

Dabei geht es auf YouTube nicht immer freundlich zu.  „Die Kommentarkultur auf YouTube ist nicht so ganz Knigge-konform“, gibt You-Tuber Dortschmann zu. Er startete jüngst mit anderen Videomachern eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit – unter anderem wegen rassistischer Kommentare zu den eigenen Filmen.

Auch an anderer Stelle rumort es: In Deutschland streitet YouTube sich seit Jahren mit der Verwertungsgesellschaft Gema über die Vergütung für Musikvideos. Viele bekannte Clips werden deswegen hier nicht angezeigt.

YouTube hat Videos im Internet zum Massenphänomen gemacht, doch zum 10. Geburtstag wächst die Konkurrenz. So hat Facebook seine Videofunktion ausgebaut und ermutigt seine Nutzer, Videos direkt über Facebook zu verbreiten. Mit 1,3 Milliarden Mitgliedern ist Facebook ein starker Konkurrent. Auch andere Online-Dienste wie Twitter oder Instagram bauen ihre Videofunktionen aus. YouTube arbeitet daran, mehr Geld zu verdienen: mit der Ausweitung von Werbemöglichkeiten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen