Fitness-Apps : Das Smartphone als Sportpartner

Entspannungsübungen sind zum Abschluss des Trainings unverzichtbar .
Entspannungsübungen sind zum Abschluss des Trainings unverzichtbar .

Digitales Sportstudio mit Tücken: Fitness-Apps sorgfältig auswählen

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21. Juni 2015, 21:00 Uhr

Sich vom Smartphone sportlich auf Zack bringen lassen - das geht heutzutage nicht mehr nur in Sportvereinen, sondern mit verschiedenen Fitness-Apps für das Smartphone. Doch Vorsicht: Dieser Dienst hat auch seine Schwachstellen.

Grundsätzlich sind die Anwendungen für jeden geeignet, sagt Urs-Vito Albrecht vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Doch sollte insbesondere bei Vorerkrankungen und gesundheitlichen Einschränkungen das Trainingsprogramm gemeinsam mit dem Arzt abgestimmt und durch ihn begleitet werden.“

Beim Training selbst ist in der Regel niemand dabei, der im Notfall oder bei Fehlern eingreifen kann. Die App kann zwar unter Umständen Puls, Atemfrequenz und Bewegung aufzeichnen. Die Verlässlichkeit der Daten hängt aber stark von der Qualität der Sensoren ab, sagt Albrecht.

Soweit, dass die Anwendung auch die korrekte Ausführung der Übungen überwacht, ist es ohnehin noch nicht. Eine der wichtigsten Regeln ist beispielsweise, die Wirbelsäule stets grade zu halten. Das klappt am besten, wenn Sie den Bauch einziehen und die Schultern bewusst unten lassen. Vergessen Sie auch nicht das Dehnen nach dem Training, denn das bieten die wenigsten Apps an.

Grundsätzlich ist es wichtig, auf die Signale seines Körpers zu hören, Grenzen zu erkennen und sich weder zu überschätzen noch zu überfordern.

Ein Vorteil von Fitness-Apps ist die Möglichkeit, die eigenen Gesundheitsdaten aufzuzeichnen. Das ist nicht nur für die Nutzer selbst interessant, um ihre Erfolge zu beobachten, sondern kann auch leicht missbraucht werden. Von Versicherungen bis hin zu potenziellen Arbeitgebern, sicher will man nicht mit allen seine privaten Daten teilen. „Wenn sie in die falschen Hände geraten, kann das gravierende Folgen für den Nutzer haben“, warnt Albrecht. Deshalb sollte man vor der Installation prüfen: Weiß man eigentlich, was die App mit den Daten macht? Sind die Mitteilungen des Herstellers plausibel? Garantien gibt es dafür nicht.

Deshalb kommt es auch darauf an, eine seriöse App zu nutzen. Ob dies der Fall ist, erkennt man unter anderem daran, ob der Anbieter transparent macht, was die Anwendung kann – und was nicht. „Fehlen Angaben zur Datenaufzeichnung, Speicherung und Verwendung, ist die Vertrauenswürdigkeit fraglich“, so Albrecht. Auf der sicheren Seite sind Nutzer, wenn sie gleich die auf dem Smartphone vorinstallierten Anwendungen nutzen. Leider haben das noch nicht alle Handys.

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