zur Navigation springen

QR-Codes : Das Potenzial der Pixelkästchen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verbraucher stoßen immer öfter auf QR-Codes, die mit der Handykamera erfasst werden und eine analoge Brücke in die digitale Welt bilden.

svz.de von
erstellt am 05.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Ob auf Werbe- oder Kinoplakaten, in Zeitschriften oder auf Verpackungen: QR-Codes haben den Alltag erobert. Ihre Pixelmatrix ist in Sekundenschnelle per Smartphonekamera gescannt. So lassen sich Informationen aus den Codes anzeigen oder automatisch bestimmte Aktionen ausführen. Verbraucher können QR-Codes sogar einfach selbst erstellen und einsetzen. „QR-Codes bilden eine analoge Brücke in die digitale Welt“, sagt Christian Wolf vom Technologie-Blog „BasicThinking.de“. „Häufig werden QR-Codes zum Codieren von Links im Internet verwendet, da man sich in Kombination mit einem Scanner das Abtippen des Links beziehungsweise der URL ersparen kann“, erklärt Thomas Müller vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco. Doch nicht nur Internetadressen lassen sich in den Codes verpacken, sondern auch kurze Texte, Kontakt- und Kalenderdaten, WLAN-Zugangsdaten oder Nachrichten.

Wer annimmt, dass QR-Codes brandneu sind, der irrt: Die Technologie hat bereits 20 Jahre auf dem Buckel. Sie wurde 1994 vom japanischen Automobilzulieferer Denso Wave zu Logistikzwecken entwickelt. Die Abkürzung QR steht für Quick Response, also schnelle Antwort.

Die Anzahl der Quadrate in einem QR-Codevariiert zwischen 11 mal 11 und 177 mal 177 Elementen, so Wolf. Sie sind systematisch angeordnet, auch wenn sie auf den ersten Blick unstrukturiert wirken. Zum Scannen von QR-Codes braucht es nur ein Smartphone mit einer Kameraauflösung von mindestens zwei Megapixeln. „Je nach Handy-Plattform ist die Funktion schon integriert oder kann per App nachgerüstet werden“, erklärt Markus Eckstein von der Telekommunikationszeitschrift „Connect“.

Man sollte aber nicht arglos jeden öffentlich angebrachten Code einscannen. „Denkbar ist etwa, dass Codes Links auf Phishing-Seiten oder Websites mit spezifischer Smartphone-Malware enthalten“, sagt Wolf. „Erhöhte Vorsicht gilt generell bei QR-Codes aus undurchsichtigen oder wenig vertrauenswürdigen Quellen – etwa auf einem Aufkleber am Straßenrand oder unbekannten Flyern“, sagt Wolf.

Und wenn ein Code überklebt ist, sollten ebenfalls die Alarmglocken schrillen. Wird ein QR-Code gescannt, ist es dem Urheber technisch unter anderem möglich, Cookies auf dem Smartphone zu setzen. Wird der betroffene Nutzer hierüber nicht in Kenntnis gesetzt, liegt seitens des Betreibers grundsätzlich ein Verstoß gegen die EU-Datenschutzrichtlinie vor, sagt Thomas Müller. Dabei seien auch statistische Auswertungen, die bestimmte Rechner zuordnen lassen, ohne Einwilligung des Nutzers nicht zulässig. „Etwas anderes gilt nur, wenn die Daten sofort anonymisiert werden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen