zur Navigation springen

Facebook demnächst an der Börse : Das Monster auf Siegeszug

vom

David Choe hatte den richtigen Riecher. Als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ihn einst bat, die Wände der ersten Firmenzentrale mit Graffiti zu verzieren, wollte der Künstler aus Kalifornien nicht Bargeld, sondern Aktien.

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2012 | 08:06 Uhr

Washington | David Choe hatte den richtigen Riecher. Als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ihn einst bat, die Wände der ersten Firmenzentrale mit Graffiti zu verzieren, wollte der Künstler aus Kalifornien nicht Bargeld, sondern Aktien. Zuckerberg lenkte ein - und nun darf sich Choe auf rund 200 Millionen US-Dollar freuen, wenn Facebook demnächst an der Börse notiert wird. Auch für den in Frankfurt geborenen Investor Peter Thiel (PayPal), der 2004 dem klammen Facebook-Gründer 500 000 US-Dollar als Startkapital zusteckte, kommt der große Zahltag. Er besitzt heute 44,7 Millionen Aktien - und die könnten rund 2,4 Milliarden Dollar wert sein.

Mehr als 1000 neue Millionäre und Milliardäre werde es im und um das Silicon Valley geben, frohlocken bereits Immobilienmakler und Geschäftsinhaber. Doch der größte Gewinner von allen wird Mark Zuckerberg sein. Mit 27 Jahren in einem Alter, in dem mancher Langzeitstudent noch nach dem Universitätsabschluss strebt, erntet er die Früchte seiner Tüfteleien in einer Studentenbude auf dem Harvard-Campus im Jahr 2004. Sein Jahresgehalt von derzeit 500 000 US-Dollar wirkt gegen den Wert seiner 534 Millionen Anteilsscheine wie Kaffeekassen-Geld: Denn bewertet man Facebook mit derzeit 100 Milliarden US-Dollar, so bedeutet dies für den Jungunternehmer ein persönliches Vermögen von 28,3 Milliarden US-Dollar.

"Einen amerikanischen Meilenstein" nennt Larry Summers, früher US-Finanzminister und selbst ein Harvard-Alumni, den Börsengang. Und wer bisher rätselte, wie es um die Finanzen des Unternehmens wirklich bestellt ist, hat es nun erstmals schwarz auf weiß: Ein Ertrag von 668 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar, fast ausschließlich aus Werbeeinnahmen erzielt, können sich für das letzte Jahr sehen lassen. Was heißt: Facebook (3200 Mitarbeiter) ist sehr profitabel - und wächst.

"Es wird einen massiven Run auf die Aktien geben", prophezeiten gestern Wall Street-Insider. Doch ist Facebook tatsächlich jene 100 Milliarden Dollar wert, die das "Initial Public Offering" (IPO) in Richtung Firmenzentrale spülen könnte? Oder ist der Name Facebook ein Synonym für eine neue Internet-Blase, die bald platzen könnte? Bei diesem Urteil könnte ein Blick auf das Geschäftsprinzip des Konzerns helfen. Denn der Wert von Facebook definiert sich vor allem durch die Masse an Nutzerdaten, die das weltweit größte soziale Netzwerk ansammelt. Von 50 Millionen "Freunden" im Jahr 2007 stieg deren Zahl auf mittlerweile 845 Millionen - und dies auf einer globalen Plattform mit Dreiviertel aller Nutzer außerhalb der USA. Nur in China operiert Facebook derzeit noch nicht.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen