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Digitalisierung : Das Handwerk von Morgen

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In vielen Jobs geht es kaum mehr ohne Internet & Co. Viele Betriebe zögern dennoch bei der Digitalisierung

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Wenn der Maler pinselt und der Dachdecker Ziegel verlegt, ist das „Handwerk“ bildlich greifbar. Doch längst hat die Digitalisierung Einzug ins Handwerk gehalten – wenn auch noch nicht in dem Maße, wie sich das die Verbandsspitzen wünschen. „Digitalisierung steckt mittlerweile in einem Großteil der Leistungen des Handwerks“, berichtet der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke. Um dann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sogleich einzuräumen: „Was uns noch fehlt ist, das in die Breite der Betriebe zu bekommen.“ Ob Kundenanbahnung via Homepage, Verwaltung, Konfektionierung, Lagerhaltung oder Visualisierung von Kundenwünschen: In vielen Bereichen werden bereits Computerprogramme oder Apps eingesetzt. „Es gibt ganz andere Möglichkeiten mit Digitalisierung“, betont Schwannecke kurz vor Beginn der Internationalen Handwerksmesse in München. „Aber es machen noch nicht genug.“ Denn viele Betriebe haben das Thema bislang vernachlässigt – oft auch aufgrund mangelnder Kompetenzen. „Das verändert die Arbeitsprozesse und stellt ganz andere Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter“, erläutert Schwannecke. Deshalb kümmere sich der Verband aktuell verstärkt darum, rasch digitale Kompetenzen in den Lehrplänen für Aus-, Fort- und Weiterbildungen zu verankern.

Eine in dieser Woche vom IT-Branchenverband Bitkom in Zusammenarbeit mit dem ZDH veröffentlichte Studie besagt, dass ein Viertel der Handwerksbetriebe moderne digitale Technologien wie Sensortechniken zur Wartung, 3-D-Drucker oder Internet-Clouds zur Datenspeicherung nutzt. Mehr als die Hälfte setzt demnach auch spezielle Software ein, um etwa Kundendaten und Abwesenheiten von Mitarbeitern zu verwalten. „Handwerksbetriebe, die konsequent digitale Technologien einsetzen, gewinnen Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: das Handwerk“, kommentierte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder die Ergebnisse.

Allerdings sagt auch mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Digitalisierung für ihren Betrieb eine große Herausforderung darstelle. Rund ein Viertel gibt sogar an, dass sie die Existenz ihres Betriebes dadurch gefährdet sehen.

ZDH-Generalsekretär Schwannecke betont in dem Zusammenhang eine auch in Deutschland nur vermeintlich selbstverständliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung: schnelles Internet. „Es kann nicht sein, dass ein Metallbauer den Entwurf eines Architekten nicht bearbeiten kann und erst mal 50 Kilometer fahren muss, weil er die nötige Bandbreite nicht hat!“

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