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Verkehrssicherheit : Chip-Technik für vernetzte Autos

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Intelligente, miteinander vernetzte Fahrzeuge sollen für mehr Verkehrssicherheit sorgen

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 08:18 Uhr

Was hinter der nächsten Kurve oder Hügelkuppe auf den Autofahrer wartet, blieb bisher für ihn im Verborgenen. In Zukunft soll sich das ändern, weil voranfahrende Autos sich mit den dahinter Fahrenden vernetzen und diese warnen sollen.

Der niederländische Chip-Spezialist NXP ist bei der Entwicklung von Technik für vernetzte Autos einen wichtigen Schritt vorangekommen. Für den Einsatz in Serienfahrzeugen werden sogenannte RoadLink-Chipsätze erstmals in Massenproduktion hergestellt, teilte der Halbleiterhersteller am Mittwoch mit. NXP liefert dafür seine Produkte an den Automobilzulieferer Delphi Automotive. Damit sollen Autofahrer unter anderem vor Gefahren gewarnt werden, die sich außerhalb ihres Sichtfeldes befinden. In etwa zwei Jahren dürften die ersten mit den intelligenten Kommunikationsfunktionen ausgestatteten Fahrzeuge unterwegs sein.

Für die Verbreitung der neuen Plattform schloss Delphi eine Partnerschaft mit General Motors. In Deutschland hatte NXP erste Feldversuche durchgeführt.

Von der Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug sowie zwischen Fahrzeug und der umgebenden Infrastruktur erhoffen sich Verkehrsexperten mehr Sicherheit. So könne ein Fahrzeug zum Beispiel vor einer Kurve von einem anderen Fahrzeug über eine Gefahrenstelle gewarnt werden. „Man kann damit sozusagen durch Hindernisse hindurchsehen“, erklärte Torsten Lehmann, Senior Vice President von NXP. Bei der Kommunikation von Fahrzeug und Infrastruktur ließen sich etwa über Ampeln zusätzliche Informationen übermitteln.

Beim Aufbau der Technologie sei man auf bestehende Infrastruktur angewiesen, sagte Lehmann. Dabei seien die öffentliche Hand, die Autohersteller und die Technologiebranche involviert. Zudem müssten solche Entwicklungen anders als bei vielen Geräten aus der Unterhaltungs-elektronik extrem robust getestet werden. Inzwischen habe sich die Politik in der EU aber darauf verständigt, den Ausbau intelligenter Verkehrswege voranzutreiben. Laut einer 2013 unterzeichneten Absichtserklärung hatte sich Deutschland mit Österreich und den Niederlanden verständigt, erste Anwendungen grenzüberschreitend aufzubauen.

Da mit den Systemen erstmals auch ein Kanal ins Auto hinein geöffnet werde, sei die Frage der Sicherheit der Daten von besonderer Bedeutung, sagte Lehmann. NXP setze dabei eine ähnliche Technologie wie bei Bankkarten oder Reisepässen ein.

Die Frage ist zudem, ob jeder Autofahrer sein Fahrzeug auch mit seiner Kfz-Versicherung vernetzen möchte. Dies wird bereits von einigen Versicherern praktiziert. Damit könnten die Versicherer allerdings auch höhere Prämien für Schnellfahrer berechnen oder erkennen, wer sein Auto häufiger nutzt, als beim Versicherungsabschluss angegeben. Ebenso denkbar wäre eine fürsorgliche Überwachung von Fahranfängern.

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