Job Etikette : Chatten mit dem Chef

Emojis unterKollegen zu schicken, ist nur in Ausnahmefällen angemessen.
Emojis unterKollegen zu schicken, ist nur in Ausnahmefällen angemessen.

So gelingt die Kommunikation im Job. Experten raten zu Eile und Förmlichkeit. Auf Smileys muss man aber nicht ganz verzichten

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08. November 2017, 05:00 Uhr

Reden, wie der Schnabel gewachsen ist: Nach diesem Prinzip gehen die meisten auch im Chat oder in privaten E-Mails vor. Mit der Rechtschreibung nimmt man es nicht so genau, stattdessen gibt es ja Smileys, und Anrede und Verabschiedung sind dann auch eher unwichtig. Was in der Familie oder im Freundeskreis noch okay ist, kann auf der Arbeit aber schnell unpassend wirken – vor allem dann, wenn am anderen Ende der Leitung der Chef sitzt. Welche Regeln gelten für die elektronische Kommunikation im Büro?

Rechtschreibung:

„Eine nachlässige Rechtschreibung ist wie ungeduscht ins Büro gehen“, sagt Coach und Etikette-Expertin Elisabeth Bonneau. Wer den Kollegen oder gar dem Chef per Mail oder im Chat keinen Buchstabenhaufen schickt, zeige auch seinen Respekt. Bonneau empfiehlt, auch auf Groß- und Kleinschreibung sowie Zeichensetzung zu achten.

Anrede unter Kollegen:

In der ersten Mail oder Nachricht sollte man nicht auf die Anrede verzichten. „Das gilt in Deutschland als unhöflich“, sagt Bonneau. Zwei Ausnahmen: Man schickt jemandem während eines Telefonats eine Zusatzinformation, oder die Mails gehen in kurzer Zeit hin und her. Innerhalb eines Unternehmens sind Anreden wie „Lieber...“ oder „Hallo“ meist in Ordnung.

Anrede gegenüber dem Vorgesetzten:

Gerade in konservativen Unternehmen und Branchen gelten bei großen Statusunterschieden Extraregeln. Ein Trainee in einer Bank sollte den Abteilungsleiter ruhig mit „Sehr geehrter...“ anschreiben, rät Bonneau. Ähnlich ist es bei Titeln: Hat jemand einen Doktor oder Professor, sollte man denjenigen auch damit anschreiben, rät Bonneau.

Emojis:

„Adressatengerecht“ ist hier das Stichwort, so Bonneau. „Wenn der Chef selber mal ein ,Schönen Abend‘ mit einem Glas Rotwein versehen schickt, darf man selbst auch mal einen Emoji verwenden“, sagt sie. „Ansonsten lässt man besser die Finger davon.“ In offiziellen Dokumenten haben Emojis aber nichts zu suchen, warnt Beraterin und Coach Anne Forster.

Schnelligkeit:

„24 Stunden, um eine Antwort zu geben, sind die Obergrenze“, sagt Forster. Das gelte für Mails, nicht für Chats. Denn diese ersetzen häufig den persönlichen Kontakt und erfordern daher im Prinzip sofort eine Antwort. Ähnlich sieht es Bonneau: Antworten sollte man „so schnell wie möglich“.

Privates:

Dem Arbeitgeber steht es frei, Privates während der Arbeitszeit zu untersagen, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Entweder gibt es eine offizielle Ansage – also eine Erlaubnis oder ein Verbot – oder man findet dazu etwas in der Betriebsvereinbarung. „Rechtlich gilt: Wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist es verboten.“ In der Praxis werde aber vieles geduldet.

Kontrolle:

Eine Rundumüberwachung des Computers darf es laut Oberthür nicht geben. Ist die Privatnutzung gestattet, sind die Möglichkeiten der Kontrolle durch den Arbeitgeber sogar noch geringer. Es komme immer darauf an, was im Einzelfall als verhältnismäßig gilt: Ohne das Einverständnis des Mitarbeiters darf der Chef daher zum Beispiel nicht auf Mails oder Chatverläufe zugreifen.
 

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