Bloatware : Ballast vom Smartphone entfernen

Viele Kunden sind von den vorinstallierten Hersteller-Apps genervt.
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Viele Kunden sind von den vorinstallierten Hersteller-Apps genervt.

Auf Smartphones finden sich häufig viele vorinstallierte Apps der Telefonhersteller / Leicht entfernen lässt sich diese Bloatware nicht

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10. Dezember 2014, 20:59 Uhr

Wer sein neues Smartphone zum ersten Mal einschaltet, staunt oft nicht schlecht: Schon ab Werk sind zahlreiche Apps vom Hersteller vorinstalliert. So genannte Bloatware nervt viele Kunden. Denn diese Apps verstopfen einen Teil des versprochenen Speicherplatzes – sie zu entfernen, ist nicht leicht. Dabei müssen diese Apps nicht zwangsläufig lästig sein, sagt Hannes Czerulla vom Fachmagazin „ct“. „Viele der Apps erfüllen einen sinnvollen Zweck.“ Das Problem liegt woanders. Meistens gibt es im App-Store Programme, die diese Aufgaben auch erfüllen – manchmal sogar besser. „Die Apps der Hardware-Hersteller sind oft mit Funktionen überfrachtet und verbinden sich ungewollt mit Online-Diensten“, sagt Czerulla. „Einige laufen ständig im Hintergrund.“ Der Nutzer lässt die vorinstallierten Apps meist links liegen. Das hindert Samsung und Co. aber nicht daran, weiterhin ihre Bloatware mitzuliefern. Die Hersteller versprechen sich davon Kundenbindung, Nutzerdaten und Umsatz durch den Verkauf digitaler Produkte. Gennadij Puschkaschow vom Institut für Internet-Sicherheit hält Bloatware für ein Risiko: „Apps können durch eine fehlerhafte Entwicklung eine Sicherheitslücke darstellen. So sind gezielte Angriffe auf eine App möglich.“ Solche Angriffe lohnen sich für Hacker nur, wenn die App auf möglichst vielen Geräten vorhanden ist – daher sind vorinstallierte Apps gute Ziele. Viel tun kann der Nutzer dagegen nicht, außer regelmäßig Updates zu installieren. Die Bloatware zu deinstallieren, ist so einfach nicht möglich. Oft befindet sie sich in einem Bereich des Telefonspeichers, auf den der Nutzer keinen Zugriff hat. „Solche Apps komplett aus dem System zu entfernen, ist kompliziert, erfordert Erfahrung und hat den Verlust der Garantie zur Folge“, erklärt Hannes Czerulla. Dazu müsse man das Gerät rooten, sich also zum Administrator machen. „Das funktioniert bei jedem Gerät und jeder Softwareversion auf einem anderen Weg.“ Für Android-Bastler und Profis gibt es einen radikaleren Weg. Etwa das alternative Betriebssystem CyanogenMod, das auf dem offenen Android-Code basiert. Mit ihm hat der Nutzer mehr Rechte. Die Installation ist allerdings mit Risiken verbunden und nicht ganz einfach. Der gefahrlose Weg ist, die Apps zu deaktivieren und eventuelle Updates zu deinstallieren. Dazu muss bei Android in den Einstellungen beim Punkt „Apps“ die entsprechende App angetippt werden. Auf dem folgenden Screen kann die App deaktiviert oder vielleicht sogar gelöscht werden. Nutzer aktueller Apple-Geräte haben nur die Möglichkeit, ungenutzte Apps in einem Ordner zu verstecken, daneben lässt sich etwa der Tipps-App verbieten, Benachrichtigungen zu verschicken. Dazu einfach bei den Einstellungen den Punkt „Mitteilungen“ suchen, dort Tipps antippen und die Benachrichtigungen deaktivieren.

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