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Internet für Zugreisende : Bald eine stabile Datenbahn?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf den meisten ICE-Strecken der Deutschen Bahn sollen die Fahrgäste im Laufe des Jahres einen schnellen Internetzugang nutzen können.

Sieben Jahre nachdem der Siegeszug der Smartphones begonnen hat, arbeitet die Deutsche Bahn noch immer an passablen Internetverbindungen in ihren Zügen. Zumindest in den ICE soll es bald problemlos klappen. Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Alexander Dobrindt haben gestern die digitale Zukunft der Bahn skizziert.

Warum gibt es noch kein problemloses Internet in Zügen?

Smartphones müssen sich in den schnellen Zügen ständig in neue Funkzellen einbuchen und können dadurch keine stabile Verbindung aufbauen. Zu den Empfangsschwierigkeiten tragen auch die beschichteten Scheiben sowie die Außenhüllen der Züge bei. Sie schwächen die Funksignale der Handys ab. Zudem gibt es schlichtweg zu wenig LTE- und UMTS-Zellen entlang der Bahnstrecke. Die Deutsche Telekom, Partnerin der Bahn, installiert deshalb Sender direkt an den ICE-Strecken. Bislang zu wenige, um überall einen stabilen Online-Zugang zu gewährleisten, so die Bahn.

 

Wie soll die Internet- Verbindung im Zug funktionieren?

Die Netzverbindung für internetfähige Geräte wird innerhalb des Zugs über ein lokales drahtloses Netzwerk (WLAN) hergestellt. Der Zugang zu diesen Hotspots selbst ist für alle Fahrgäste offen. Ins offene Internet kommt der Reisende dann aber nur mit einem gültigen Login der Telekom.

 

Was kostet dieser Service?

Für das WLAN im ICE-Zug gibt es für Nichtkunden der Telekom einen Pauschaltarif etwa für einen Tag (4,95 Euro) oder eine Woche (19,95 Euro). Minister Dobrindt sähe es gerne, wenn auch die anderen Netzanbieter Vodafone und Telefonica Angebote für Bahnkunden machen könnten. Dobrindts Wunsch ist es, dass „in Zukunft jeder, der einen Fahrschein für den entsprechenden Zug hat, kostenfrei surfen kann“.

 

Wie ist „Railnet“ mit dem Internet verbunden?

Die Verbindung der Hotspots im Zug zum Internet erfolgt mit einem Mix verschiedener Mobilfunk-Standards. Zum einen verwenden Bahn und Telekom die herkömmlichen UMTS- und LTE-Netzwerke (3G und 4G), die allen Mobilfunkkunden zur Verfügung stehen. Darüber hinaus dürfen die Unternehmen aber auch die Frequenzen eines alten analogen Mobilfunknetzes für die Technologie nutzen. Damit können theoretisch Download-Geschwindigkeiten bis zu 5,1 Megabyte pro Sekunde erreicht werden.

 

Ist eine schnelle Internetverbindung schon möglich?

Die ICE-Hauptstrecken, zusammen rund 5200 Kilometer, sind eigentlich schon für den mobilen Internetempfang ausgerüstet, berichtete Bahnchef Grube. Auf 3000 Kilometern stehe der Service zur Verfügung. Die anderen 2200 Kilometer würden noch getestet im Laufe des Jahres hinzukommen. Bei den ICE-Zügen wurden 200 der 255 auf moderne Technik mit Verstärkern in den Wagen umgerüstet. Bis Ende 2015 sollen auch alle 770 Intercity(IC)-Wagen internettauglich sein.

 

Und was ist mit den Regionalzügen?

Der regionale Zugverkehr wird von Bundesländern oder Verkehrsverbünden bestellt. Die müssen in ihre Ausschreibung eine Anforderung wie „guter Internetzugang“ aufnehmen. Das kostet Geld, das sie selbst bezahlen müssen. Dennoch sind sich Grube und Dobrindt einig: Stabiles Internet gehört zum Standard der digitalen Gesellschaft.

 

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