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FBI will Iphone knacken : Apple auf Konfrontationskurs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verschlüsselung: Der Konzern will gegen eine FBI-Hintertür zum Hacken von Geräten und Daten kämpfen

Apple wagt eine Kraftprobe mit der US-Regierung, um die Verschlüsselung seiner iPhones zu verteidigen. Denn ein US-Gericht forderte vom Konzern die Unterstützung beim Entsperren des Telefons eines der Attentäter von San Bernardino ein. Apple-Chef Tim Cook kündigte Widerstand an. Die Forderung sei ein „beispielloser Schritt, der die Sicherheit unserer Kunden gefährdet“, schrieb er in einem offenen Brief. Unterstützung bekommt er dabei aus den Chefetagen von Google und WhatsApp. So warnte Google-Chef Sundar Pichai, die Forderung an ein Unternehmen, das Hacken von Geräten und Daten seiner Kunden zu ermöglichen, „könnte ein besorgniserregender Präzedenzfall werden“ und die Privatsphäre von Nutzern verletzen. Bestärkt wurde die Aussage vom Gründer des Kurzmitteilungsdienstes WhatsApp, Jan Koum: „Wir dürfen diesen gefährlichen Präzedenzfall nicht zulassen.“

Die Ermittler kennen das Passwort für das iPhone eines der Angreifer von San Bernardino nicht, und Apple solle den Behörden angemessene technische Unterstützung zum Entsperren des Telefons bieten, erklärte ein kalifornisches Gericht am Dienstag.

Es geht vor allem um die Aufhebung der Funktion, die alle Daten des Geräts löscht, wenn zehnmal ein falsches Passwort eingegeben wurde. Außerdem soll Apple es der Bundespolizei FBI ermöglichen, die Passwörter nicht über den Bildschirm, sondern über elektronische Schnittstellen einzugeben. Damit könnten die Ermittler schneller verschiedene Kombinationen ausprobieren, um die richtige zu finden.

Apple betont stets, dass der Konzern derzeit technisch nicht in der Lage sei, die Verschlüsselung der Geräte und Daten auszuhebeln. Dazu gehören unter anderem Kurzmitteilungen aus Apples SMS-Alternative iMessage, zumindest solange sie nicht im hauseigenen Online-Speicherdienst iCloud gesichert werden.

Wie andere Technologie-Unternehmen wehrt sich Apple vehement gegen Forderungen nach „Hintertüren“ für Behörden. Das Argument ist, dass solche Lücken nicht nur von der Regierung, sondern auch von Kriminellen ausgenutzt werden könnten.

Ermittler und US-Politiker warfen dem Unternehmen bereits vor, die Aufklärung von Verbrechen zu behindern. Cook betonte, Apple habe das FBI wie vorgeschrieben unterstützt. „Aber jetzt hat die US-Regierung nach etwas gefragt, was wir einfach nicht haben – und auch zu gefährlich finden, es zu erschaffen.“ In den falschen Händen könnte eine solche Software jedes iPhone entsperren, warnte Cook.

Das iPhone, um das es geht, war von Syed Rizwan Farook genutzt worden, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember 14 Menschen in Kalifornien erschoss. Das Paar gehörte der Terrororganisation Islamischer Staat an.

Andrej Sokolow

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