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DVB-T2 HD : Antennen-Fernsehen sendet jetzt auch in HD

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am 31. Mai startet DVB-T2 HD: So kommen Sie in den Genuss der scharfen TV-Bilder

von
erstellt am 29.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Hochauflösendes Fernsehen für alle: Mit dem 31. Mai beginnt die schrittweise Umstellung des digitalen Fernsehens von der bisherigen Technik DVB-T auf das neue Format DVB-T2 HD. Was das für den Verbraucher bedeutet:

Was verändert sich beim Fernsehempfang?

DVB-T2 HD nutzt für die digital-terrestrische Rundfunkübertragung ein neues, effektiveres Komprimierungsverfahren namens HEVC (H.265). Damit kann Fernsehen in deutlich besserer Bildqualität gesendet werden. Zudem ist mit DVB-T2 HD eine höhere Programmvielfalt möglich. „Zurzeit empfangen wir mit DVB-T das schlechteste digitale Bild, was technisch möglich ist. Mit DVB-T2 HD wird es das beste sein“, so Robert Lüneberger, Projektmanager bei TechniSat über den Vorteil der neuen Technik.

Wo kann ich DVB-T2 HD empfangen?

Das digitale Antennenfernsehen in HD-Qualität startet am 31. Mai in ausgewählten Ballungsräumen, darunter das Ruhrgebiet, Stuttgart, München, Frankfurt, Berlin und Hamburg. In Mecklenburg-Vorpommern wird der neue Standard in Rostock und Schwerin übertragen. In der Prignitz ist keine Testregion vorgesehen.

Anfang 2017 beginnt der Regelbetrieb. Dann können in den Startregionen rund 40 überwiegend hochauflösende öffentlich-rechtliche und private Programme genossen werden. Nach und nach kommen weitere Regionen dazu. Bis voraussichtlich Mitte 2019 sollen alle öffentlich-rechtlichen Programme bundesweit im neuen Format ausgestrahlt werden, informieren die beteiligten TV-Sender, die Medienanstalten und der Netz- und Plattformbetreiber Media Broadcast auf einer gemeinsamen Informationsseite im Internet.

Eine hundertprozentige Abdeckung wird es jedoch nicht geben. „Es gibt Gegenden in Deutschland, wo es sich für die Betreiber nicht lohnt, die Versorgung mit DVB-T2 HD herzustellen“, verrät Lüneberger. Für die Firmen sei es unverhältnismäßig teuer, einen Sendemast zu bauen, um beispielsweise eine entlegende Region mit nur sehr wenigen Einwohnern zu versorgen. „Meist besteht hier bereits jetzt der Fernsehempfang nur über Satellit.“

Welche Sender kann ich empfangen?

Zusätzlich zur den bestehenden DVB-T-Programmen können mit dem neuen Übertragungsverfahren zunächst sechs Sender in HD-Auflösung empfangen werden: die öffentliche-rechtlichen Stationen ARD und ZDF sowie die privaten ProSieben, Sat 1, RTL und Vox. Bis 2017 wird die Programmvielfalt dann auf 40 Sender ausgeweitet.

Was kostet der Empfang von DVB-T2 HD?

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind ohne zusätzliche Kosten verfügbar. „Der Empfang ist bereits über die Rundfunkgebühr abgegolten“, weist Technik-Experte Lüneberger hin. Wer die TV-Angebote der Privaten in HD schauen möchte, wird hingegen zahlen müssen. Die Sender sind zwar für die rund einjährige Testphase kostenfrei, aber verschlüsselt. Danach bietet sie Media Broadcast nur noch gegen eine Gebühr unter dem Namen Freenet TV an. Für die Freigabe sind nach Angaben des Unternehmens monatliche Kosten in Höhe eines mittleren einstelligen Eurobetrags zu erwarten.

Muss ich zwangsläufig neue Geräte kaufen?

Der Empfang von DVB-T2 HD setzt ein geeignetes Empfangsgerät voraus. Ein moderner Fernseher mit integriertem DVB-T2 HD-Empfangsmodul (CI+ Modul) gehört dazu. Doch Lüneberger warnt vor voreiligen Kaufentscheidungen. Nicht jeder Apparat, der mit DVB-T2 gekennzeichnet ist, sei für den deutschen Markt geeignet. „Die meisten Fernseher wurden für Länder produziert, in denen ein anderer DVB-T2-Standard herrscht.“

 

Kunden sollten deshalb beim Kauf eines Fernsehers auf das grüne Logo der „DVB-T2 HD“-Initiative achten. Die Kennzeichnung stelle sicher, dass das Gerät grundsätzlich zum Empfang des neuen HD-Antennenfernsehens geeignet ist und über ein Modul zum Entschlüsseln der privaten Programme verfügt. Geräte mit „Freenet TV“-Logo können beides – öffentliche-rechtliche wie private Sender – empfangen.

Aber auch ältere TV-Geräte können weiter verwendet werden, müssen jedoch durch ein Zusatzgerät – eine sogenannte Set-Top-Box, nachgerüstet werden, weist Lüneberger hin. Auch hier gilt es auf die entsprechenden Logos zu achten. Wer bislang terrestrisches Fernsehen über Antenne empfängt, könne diese auch für den neuen Standard nutzen. „In der Regel wird das Signal automatisch empfangen“, so der Experte.

Ist DVB-T2 HD auch mobil empfangbar?

Von der Grundidee her ist der neue TV-Standard – wie bereits der alte – mit geeigneten Empfangssticks auch auf PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones empfangbar. Im Handel sind aber nur sehr wenige Geräte erhältlich. Dabei gibt es ein gravierendes Problem: Verschlüsselte Programme lassen sich mit den mobilen TV-Tunern nicht empfangen. Eine dafür benötigte Dekodierung ist technisch derzeit nicht möglich. Wer die Privaten auch unterwegs schauen will, bleibt am besten bei seinem DVB-T-Empfänger.

 
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