Ratgeber : Alte Fotoschätze digitalisieren

Ein Rahmenhalter kann mit mehreren Dias bestückt werden. Das spart Zeit beim Scannen.
Ein Rahmenhalter kann mit mehreren Dias bestückt werden. Das spart Zeit beim Scannen.

In Fotoalben oder Diaschachteln schlummern Erinnerungen, die in die neue Medienwelt gerettet werden wollen

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19. August 2015, 21:00 Uhr

Dia-Abende waren gestern. Heute werden Fotos auf Facebook geteilt oder Freunden auf Fernseher und Tablet gezeigt. Was an Negativfilmen oder Dias noch nicht digitalisiert ist, sollte schnell zu Dateien werden. Denn nicht nur an den Fotos nagt der Zahn der Zeit.

Fürs Digitalisieren gibt es zahllose Dienstleister. Man kann es aber natürlich auch selbst machen. Für beide Vorgehensweisen gebe es gute Argumente, sagt Michael Wolf von der Stiftung Warentest. Auch Zeit und Kosten spielen hier eine Rolle. Wenn es nur um einige wenige Bilder geht, lohne es sich nicht, teure Hardware anzuschaffen. Bei vielen, vielleicht Hunderten Bildern, koste vor allem die Nachbearbeitung viel Zeit. Das spreche dafür, es einem Dienstleister zu überlassen. Ein Gegenargument könnte aber die Datensicherheit sein, sagt Wolf. „Wenn die kostbaren Negative oder Abzüge zum Beispiel auf dem Postweg verloren gingen, wäre das für viele eine Katastrophe.“ Zudem sei nicht jedem wohl bei dem Gedanken, private Bilder in fremde Hände zu geben.

Beim Do-it-yourself kommt es darauf an, was digitalisiert werden soll. Abzüge, also Papierbilder, sind am einfachsten zu handhaben. Dafür reichen Flachbettscanner - etwa solche, die auch die Bezeichnung „Photo“ im Produktnamen tragen. Bei Dias oder Negativen wird es schon schwieriger.

Technisch gibt es im Prinzip zwei Verfahren. Dias oder Negative können gescannt oder abfotografiert werden. Beim Abfotografieren werden die Bilder an eine Leinwand projiziert und dann mit einer hochwertigen Digitalkamera aufgenommen.

Gescannt wird mit einer sogenannten Durchlichteinheit. Bei der Vergrößerung stoßen diese Geräte aber schnell an ihre Grenze, erklärt Markus Linden, der fürs „Fotomagazin“ schreibt. Daneben gibt es spezialisierte Foto- und Dia-Scanner. Aber auch da seien schon länger keine hochwertigen Geräte mehr vorgestellt worden, sagt Linden. Von den billigeren werde auch ein Amateur, der keine hohen Ansprüche habe, enttäuscht sein: „Das ist nichts, wenn einem die Bilder am Herzen liegen“.

Zum Problem mit der Hardware kommt, dass das Scannen oder Abfotografieren recht arbeitsintensiv ist. Die Bilder müssen per Hand in Vorlagenhalter eingelegt werden. Zudem kann ein Scan-Vorgang bis zu einer Viertelstunde dauern, so Stiftung Warentest. Und dann müssen die Bilder eigentlich immer noch nachbearbeitet werden, um Farben zu korrigieren oder Staubspuren zu entfernen.

Diese Arbeit nehme einem einer der zahllosen Dienstleister ab, sagt Steinhoff. „Am Besten ist es, zunächst mal eine kleinere Testmenge hinzuschicken, um zu sehen, ob man mit der Qualität zufrieden ist“, rät Steinhoff.

Auf jeden Fall sollte man genau vergleichen, denn die Preisunterschiede bei den Dienstleistern seien enorm, sagt Wolf.

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