Elektronikmesse in Berlin : Alles vernetzt: Die Trends der IFA

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Auf der Elektronikmesse in Berlin zeigen die Aussteller, wohin sich Unterhaltungs- und Haushaltselektronik entwickeln

svz.de von
31. August 2016, 21:00 Uhr

Künftig soll alles einfacher werden in der Welt der großen flachen Fernseher. Das zeigt ein Blick auf die Neuheiten der Elektronikmesse IFA vom 2. bis 7. September in Berlin. Denn statt komplizierter Klickerei zwischen den verschiedenen Kanälen wie Internet, Kabel, Satellit, Antenne oder Zuspielgeräten wie dem DVD-Player soll alles nahtlos verbunden sein.

So zum Beispiel bei Sony. Die neuen Fernseher behandeln künftig alle Quellen gleich. „Es ist egal, wo das Bild herkommt. Für uns ist alles Content“, sagt Produktmanager Simon Peter Ziesch. Statt ständigem Wechsel zwischen den Zuspielwegen gibt es nun eine Übersichtsseite.

Gibt man Suchbegriffe ein, sucht der Fernseher in der elektronischen Programmvorschau (EPG) des TV-Programms und in Internetquellen wie Youtube oder Streamingdiensten. Auch Samsung vereint in seiner neuen Benutzeroberfläche die verschiedenen Quellen zu einem Gesamtangebot.

Besucher-Informationen zur IFA

• Öffnungszeiten: Die IFA ist vom 2. bis 7. September täglich von 10 bis 18. Uhr geöffnet

• Tickets gibt es Online unter:
http://www.tickethall.de/kuenstler/internationale-funkausstellung-ifa

Die Tageskarte kostet 17 Euro, im Vorverkauf 12 Euro, ermäßigt 13 Euro (für Studenten, Lehrlinge etc.); Schülerticket 9 Euro, Schulklassenticket 35 Euro; Familienticket (2 Erwachsene, 3 Kinder) 35 Euro; Happy-Hour-Ticket 13 Euro (gültig ab 14 Uhr); für Kinder bis 6 Jahre ist die Messe kostenfrei.

• Verkehrsanbindungen: Bus: 104, 139, 218, 349, M49, X34, X49 bis Haltestelle Messedamm/ZOB;  349 bis Haltestelle Messe Süd.

S-Bahn: Messe Süd - S5. Messe Nord/ICC - S41, S42, S46.

U-Bahn: U2 in Richtung Ruhleben, bis U-Bahnhof Kaiserdamm.

Auto: Im ICC-Parkhaus kostet ein Parkticket pro Tag 10 Euro. Zudem gibt es 5000 Parkplätze am Berliner Olympiastadion, von dem man per Bus-Shuttle zum Messegelände gelangt.

Flugzeug: Vom Flughafen Tegel verkehrt ebenfalls ein kostenloser Shuttle-Service zum IFA Messegelände.

Für die Hersteller geht es dabei nicht nur um Komfort für den Zuschauer. Auch veränderte Gewohnheiten spielen eine Rolle. „Die Leute wollen ihr eigener Programmdirektor sein“, sagt Hans-Joachim Kamp vom Branchenverband gfu, die die IFA gemeinsam mit der Messe Berlin veranstaltet. Schon heute nutzen laut einer gfu-Umfrage viele Smart-TV-Besitzer die Onlinefunktionen ihres Geräts (78 Prozent). Hauptanwendungen sind die Mediatheken der TV-Sender (58 Prozent) und Video-on-Demand-Dienste (48 Prozent).

Auch auf der technischen Seite gibt es Neues. Während in den vergangenen Jahren immer größere Bildschirme in höherer Auflösung oder 3D-Ansichten im Trend lagen, dreht sich 2016 alles um Farbe – genauer gesagt um den dargestellten Farbraum. Während aktuelle Flachbildschirme nur rund 35 Prozent des sichtbaren Farbraums darstellen können, sollen neuere Geräte mehr Bildinformationen anzeigen. Erste Streamingdienste senden bereits Inhalte im HDR-Format mit mehr Kontrast.

Noch relativ neu ist auch das Antennenfernsehen DVB-T2 HD. Seit Ende Mai läuft in Teilen Deutschlands ein Testbetrieb mit sechs Sendern. Für die bisherigen Antennengucker steht bis Ende März 2017 ein Gerätewechsel an. Auf der IFA wird es neue kompatible Fernseher und Empfangsgeräte zu sehen geben, die das noch etwas dünne Angebot ergänzen.

Und sonst? „Drahtlose Musikverteilung wird immer wichtiger“, sagt Roland Stehle von der gfu. Zahlreiche Hersteller werden ihre neuen Ideen vom Bluetooth-Lautsprecher für das Smartphone bis hin zum vollvernetzten Multiroom-System zeigen. 3D-Raumklang für das Heimkino gibt es mit Audiolösungen, die auf Dolbys Atmos-Standard setzen, Sennheiser zeigt sein Ambeo-System für Sound in der virtuellen Realität. In Sachen Kopfhörer dringt die aktive Geräuschunterdrückung nun auch zunehmend in das Segment der In-Ear-Modelle vor. Die Knöpfe für das Ohr werden nicht nur immer leistungsfähiger, auch komplett drahtlose Modelle mit integriertem Mediaplayer und Fitnesstrackerfunktionen werden vorgestellt.

Bei den Smartphones sind hingegen kaum große Neuheiten zu erwarten. Apple gibt traditionell erst nach der IFA Details zu neuen iPhones bekannt, andere Hersteller zeigen ihre frischen Modelle oft bereits im Frühjahr auf dem Mobile World Congress.

Viel Messeplatz gibt es hingegen für neue Notebooks und PC-Lösungen. Auch wenn es hier laut gfu-Sprecher Stehle nicht mehr „gewaltige Zuwächse“ gibt, ist mit dem neuen Betriebssystem Windows 10 wieder einige Bewegung in den Markt gekommen. Neben neuen Klapprechnern, Tablets und Hybridlösungen der Hersteller wird auch Windows-Entwickler Microsoft mit eigenem Messestand und den Surface-Geräten vertreten sein.

Zudem können Besucher 3D-Drucker und Serviceroboter bestaunen. Letztere gibt es auf der Messe in ihrer ganzen Bandbreite vom Staubsauger bis hin zum künstlichen Fensterputzer oder Wachhund.

Till Simon Nagel

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