Universalfernbedienungen : Alles auf ein Kommando

Nicht unüblich: In den meisten Haushalten ergeben alle Fernbedienungen zusammengelegt einen beträchtlichen Stapel.
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Nicht unüblich: In den meisten Haushalten ergeben alle Fernbedienungen zusammengelegt einen beträchtlichen Stapel.

Schrumpfkur: Tipps zu Universalfernbedienungen

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01. Januar 2016, 21:00 Uhr

1954 waren die ersten TV-Kabel-Fernbedienungen eine kleine technische Revolution. Mittlerweile stehen mehr als 125 Millionen per Fernbedienung steuerbare Unterhaltungselektronik-Geräte in den Haushalten hierzulande: Fernseher, Blu-ray-Player, Musikanlagen, DVD-Spieler oder Festplatten-Receiver. Und im vernetzten Haus kommen immer mehr Geräte hinzu: Lampen, Jalousien oder Überwachungskameras. Um alles bequem vom Sofa oder sogar von unterwegs aus zu steuern, bieten sich Universalfernbedienungen - physisch oder als App.

„Je mehr Geräte sich mit der Universalfernbedienung steuern lassen, umso besser“, sagt Michael Pleininger vom Technik-Blog „Neuerdings.com“. „Eine Universalfernbedienung verdient ihren Namen nur dann, wenn sie wirklich alle vorhandenen Fernbedienungen ersetzen kann.“ Neben dem Funktionsumfang komme es auch darauf an, wie einfach sich diese Funktionen aufrufen und installieren lassen. Besonders komfortabel sind Modelle, die per USB an den PC angeschlossen und über ein Online-Tool eingerichtet werden (ab 50 Euro).

Universalfernbedienungen können in unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden: in vorprogrammierte und lernfähige Modelle sowie in höherwertige Signalgeber mit und ohne LCD- oder Touchscreen.

Vorprogrammierte Modelle haben tausende Infrarotbefehle für ganz unterschiedliche Geräte von so gut wie allen gängigen Herstellern gespeichert. Die Programmierung erfolgt über einen Zahlencode. Oft reicht es, die Universalfernbedienung auf das Gerät auszurichten - und der geeignete Code wird dann automatisch gesucht.

Konkurrenz kommt von Mobilgeräten: „Ich rate zur App: Die kostet nichts und Smartphone oder Tablet leuchten beim Bedienen“, findet Peter Knaak von der Stiftung Warentest. „Das ist im schummrigen Fernsehlicht angenehmer, als auf einer neuen Fernbedienung nach der richtigen Taste zu suchen.“ So gut wie jeder Hersteller bietet für Android und iOS kostenlose Apps an, um entweder ein bestimmtes Modell oder gleich mehrere Gerätegattungen zu steuern. Voraussetzung ist, dass die Mobilgeräte ins selbe WLAN-Netzwerk wie das oder die zu steuernden Geräte eingebunden sind.

Höherklassige Smartphones und Tablets haben die Geräte auch ohne WLAN im Griff, da sie über ein Infrarotmodul verfügen. Wenn nicht schon ab Werk eine App zur Steuerung installiert ist, können Android-User etwa zu Gratis-Apps wie „IR Universal Remote 2.0“ oder „Twinone TV Remote“ greifen. Praktisch können auch Infrarot-Nachrüstlösungen wie etwa der Smart Zapper von One for All (ab 35 Euro) oder der Harmony Ultimate Hub von Logitech (ab 70 Euro) sein. In Verbindung mit Apps verwandeln sie Smartphones und Tablets in eine Infrarot-Fernbedienung.

Die Apps kommunizieren mit dem Adapter per Bluetooth (One for All) oder auch per WLAN (Logitech).

Ob physisch oder als App: Universalfernbedienungen sind in der Regel noch auf Unterhaltungselektronik ausgelegt. Eine eierlegende Wollmilchsau, die auch Licht, Rollos oder Küchengeräte im Griff hat, gibt es noch nicht. „Bisher ist Smart Home eine Insellösung, bei der jeder Hersteller seine eigene App macht“, weiß Peter Knaak. „Die Heizung hat eine, das Rollo eine andere.“ Eine universelle Steuerung sei gegenwärtig noch Zukunftsmusik. Allerdings stellten das Tablet oder gar der Fernseher eine gute Basis für die Steuerung der Haustechnik dar.

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