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Hetze auf Facebook : (A)-Soziales Netzwerk

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Üble Nachrede und Hass-Botschaften: Wie Facebook mit unerwünschten Inhalten umgeht

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Bei Löschanträgen gegen Hass-Botschaften auf Facebook gibt es nach Angaben des Netzwerks keinen Bearbeitungsstau. „Es gibt hier keinen riesigen Stapel unbearbeiteter Reports in der Ecke, um die sich niemand kümmert“, sagte Julie de Bailliencourt, Safety Policy Manager bei Facebook für Europa in Dublin. Allerdings könnten Löschanträge ins Leere laufen, wenn eine falsche Begründung angegeben werde.

Nach Darstellung von Bailliencourt werden etliche Beschwerden gegen Hasstiraden von den Anwendern fälschlicherweise als „Pornografie“ gemeldet. „Die User denken wohl, dass Facebook das dann schneller abarbeitet.“ Da es bei der Überprüfung von vermeintlichen pornografischen Fotos oder Videos nicht unbedingt auf die Landessprache ankomme, fielen dann solche Beschwerden durch das Raster. Die Beschwerden gegen Hass-Posts in Deutsch würden von Muttersprachlern an den Facebook-Standorten in Dublin (Irland), Menlo Park und Austin (USA) sowie in Hyderabad (Indien) bearbeitet.

Wöchentlich treffe bei Facebook über eine Million „Reports“ über unerwünschte Inhalte ein. Die große Masse betreffe Spam-Mitteilungen, die auch mit Hilfe von Software-Robotern gelöscht würden. Danach gehe es um Fotos auf Facebook, in denen beispielsweise Mitglieder unerlaubt markiert worden seien. Zur Lösung dieses Problems stünden etliche Werkzeuge zur Verfügung, die die Betroffenen selbst anwenden können.

Beschwerden gegen Hassreden über Flüchtlinge oder Minderheiten machten nur einen Bruchteil der „Reports“ aus. Zur genauen Anzahl macht Facebook keine Angaben. Auch die Größe der „Community Operations“, die sich um die Beschwerden kümmert, beziffert des Netzwerk nicht genau. Um „Reports“ über deutschsprachige Inhalte kümmerten sich „hunderte Mitarbeiter“.

Facebook-Managerin Siobhán Cummiskey betonte, die Beurteilung von „Hass-Postings“ falle international völlig unterschiedlich aus.  Da Facebook schnell reagieren wolle, habe sich das Netzwerk eigene Richtlinien gegeben. „Darüber hinaus sind wir auf Hinweise von Einrichtungen angewiesen, die solche Entscheidungen treffen können“. Dazu gehörten für Deutschland die beiden Nicht-Regierungsorganisationen Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (fsm) und Jugendschutz.net, aber auch die Polizei und staatliche Strafverfolger.

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