FIFA 20 für PS4 im Test : Bolzplatz-Atmosphäre statt Hochglanz-Kick

Lohnt der Kauf von FIFA20? Unsere Redaktion hat den Test auf der PS4 gemacht. Foto: EA Sports
Lohnt der Kauf von FIFA20? Unsere Redaktion hat den Test auf der PS4 gemacht. Foto: EA Sports

Heute ist wieder ein Feiertag für Fans der Fußballsimulation aus dem Hause EA Sports. Unsere Redaktion hat FIFA 20 für die PS4 auf Herz und Nieren geprüft. Ob sich der Kauf wirklich für alle lohnt, lesen Sie in unserem Spieletest.

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27. September 2019, 12:06 Uhr

Osnabrück | Das Wichtigste in Kürze:

  • Größte Neuerung ist der Volta-Modus, der stark an die Fifa-Street-Reihe erinnert
  • Nur wenige Änderungen beim Gameplay
  • Wie immer überragendes Lizenzpaket

Der Monat September hält für Freunde der Sportsimulationen stets ein prall gefülltes Päckchen an Material bereit. In den vergangenen Wochen erschienen mit Madden NFL 20 und NHL 20 bereits zwei Blockbusterspiele, den Test zu letztgenanntem Spiel lesen Sie hier.

Nun legt EA Sports mit FIFA20 nach. Groß waren die Versprechungen der Kanadier, was die Weiterentwicklung der Fußballsimulation anbelangt: Mehr Realismus, ein neuer Spielmodus und viele Veränderungen im Kleinen sollen das Spiel weiter nach vorne bringen. Nach den ersten Spielstunden steht für unsere Redaktion fest: Nicht in allen Punkten hält FIFA20 das, was es die Entwickler versprechen.


Spürbar ist beim Gameplay zumindest eine kleine Drosselung der Geschwindigkeit. Das Spiel wirkt daher auf den ersten Blick etwas realistischer, kommt aber im Vergleich wieder einmal nicht an den Konkurrenten PES heran. Entwickler Konami schafft es seit Jahren, eine komplexe Spielsimulation auf die Beine zu stellen, während auch bei FIFA20 gefühlt die Spieler wie auf Schienen unterwegs sind. Trotz der geringeren Geschwindigkeit geht es Schlag auf Schlag: Torchancen sind schnell kreiert, Passwege sind einfach zu finden. Neu ist allerdings, dass es schwieriger ist, bei Zweikämpfen in Ballbesitz zu gelangen. Auch die gegnerischen Abwehrreihen sind etwas schwieriger zu knacken. Insgesamt ist das Spiel auch in diesem Jahr überaus flüssig – das kann man gut finden, aber eben auch nicht.

Foto: EA Sports
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In den ersten Spielstunden ist uns im Test eine verbesserte Ballphysik aufgefallen. Dribblings sind leicht schwieriger, die Kugel springt auch bei Ronaldo, Messi und Co. bisweilen vom Fuß. Gänzlich neu gestaltet wurde die Ausführung von Freistößen, doch hier benötigt der Spieler einige Trainingsstunden, bis die Ball über die Mauer in den Knick gezogen werden kann. Immerhin: Es gibt durch die neue Technik mehr Möglichkeiten, direkte Freistöße zu verwandeln.

Foto: EA Sports
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In der Menuführung fühlt sich der Spieler allerdings in die vergangenen Jahre zurückversetzt. Vieles ist gleich geblieben, die Optik ist jedoch meilenweit besser, als bei PES.

Auf den Bolzplätzen der Welt

Nach der Hunter-Trilogie in den Vorjahren wagt EA Sports bei FIFA20 dieses Mal einen neuen Modus, der stark an die FIFA-Street-Reihe erinnert. Im Modus "Volta" schlüpft der Spieler in den Charakter eines Straßenfußballers. In meist 3-Gegen-3-Duellen ballert und trickst man sich rund um die Welt durch einen Karrieremodus oder tritt in Einzelspielen gegeneinander an. Volta macht vor allem dann Spaß, wenn man mit Freunden spielt. In den ersten Spielstunden hat uns Volta am meisten Freude bereitet. Ob der Modus auch langfristig etwas taugt, wird die Zeit zeigen.

Foto: EA Sports
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Etwas enttäuschend sind allerdings die Neuerungen im Karrieremodus. Gefühlt ist er gleich geblieben, daran ändern leider auch nicht die animierten Pressekonferenzen, die schon nach einem Viertel der Saison häufige Wiederholungen in den möglichen Statements aufweisen. Ganz so durchschlagend wie erhofft sind auch nicht die Auswirkungen der Interviews auf die Moral der Spieler.

Foto: EA Sports
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EA Sports täte gut daran, den wichtigen Karrieremodus in Zukunft mit noch mehr Inhalten zu bestücken. Orientierungsmöglichkeiten gibt es beispielsweise beim hervorragenden Franchise-Modus bei NHL20.

Noch kein abschließendes Urteil lässt sich über den Ultimate-Team-Modus fällen. Unsere Redaktion wird sich zeitnah noch um eine nähere Betrachtung bemühen.

Fettes Lizenz-Paket

Auch wenn PES seinem fast übermächtigen Konkurrenten im Gameplay immer weiter enteilt: Was Lizenzen angeht, spielt FIFA in seiner eigenen Liga. Da macht es auch nichts, dass beispielsweise Juventus Turin nicht lizenziert ist. Bundesliga-Fans dürften sich über zahlreiche neue deutsche Stadien freuen, die im Fall von Hannover und Stuttgart bis in die 2. Bundesliga reichen.

Foto: EA Sports
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Fazit: Natürlich ist FIFA20 mehr als ein schlichtes Kaderupdate. Und natürlich wird EA Sports auch in diesem Jahr wieder einen großen Erfolg einfahren. Der Volta-Modus ist ein wirklicher Volltreffer und steht für das allgegenwärtige Action-Element der Reihe. Gut getan hätte dem Spiel allerdings ein wirklich ausgebauter Karrieremodus – und so manch ein Spieler hätte sich im Gameplay sicher mehr taktische Tiefe gewünscht.

Es bleibt wie in den Vorjahren: Wer auf Action steht und Wert auf Original-Lizenzen legt, kauft sich FIFA. Mehr Realismus auf dem Rasen, dafür aber eine biedere Menu-Optik und löchrige Lizenzen bietet dagegen PES.

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