Dating-App : Überwachung beim Flirten: Russland will auf Tinder-Daten zugreifen

Tinder muss mit russischen Behörden zusammenarbeiten, sonst droht die Sperrung.
Tinder muss mit russischen Behörden zusammenarbeiten, sonst droht die Sperrung.

Auch Nachrichten zwischen einzelnen Personen können überwacht werden.

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05. Juni 2019, 14:44 Uhr

Moskau | Russland verpflichtet nun auch die Dating-App Tinder zur Speicherung der Nutzerdaten für mindestens sechs Monate und auf Verlangen auch zur Herausgabe an die Behörden. Die russische Aufsichtsbehörde für Telekommunikation, Roskomnadsor, teilte am Montag mit, Tinder sei in das Register für "Organisatoren von Informationsverbreitung" aufgenommen worden – wie etwa die russische Sparkasse Sberbank oder das soziale Netzwerk VK.

Tinder könnte Sperrung drohen

Die insgesamt 175 Firmen in dem Register sind gesetzlich verpflichtet, Nutzerdaten zu speichern – und zwar inklusive der ausgetauschten Nachrichten. Auf Verlangen der Behörden müssen sie die Daten herausgeben. Berechtigt sind Polizei- und Justizbehörden, inklusive des Geheimdienstes FSB. Weigert sich ein Unternehmen, kann die Regierung den Dienst blockieren – so geschehen im vergangenen Jahr mit dem Nachrichtendienst Telegram des russischen Internetgründers Pawel Durow.

Tinder reagierte auf Anfrage zunächst nicht. Mit dem Programm können Nutzer auf ihrem Smartphone mit einer Wischbewegung über das Profilbild anderer Nutzer entscheiden, ob sie in Kontakt treten wollen oder nicht. Die App gehört dem US-Unternehmen Match Group.

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