Warnung von Datenschützern : USA fordern Hintertür bei Facebooks neuer Messenger-Verschlüsselung

Facebook bietet für seine Messenger-Dienst eine neue, umstrittene Verschlüsselung an.
Facebook bietet für seine Messenger-Dienst eine neue, umstrittene Verschlüsselung an.

Besonders Kinder sollen so besser vor Gewalt und sexuellen Missbrauch im Facebook-Messenger geschützt werden.

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04. Oktober 2019, 06:13 Uhr

Washington | Die USA, Großbritannien und Australien haben Facebook aufgefordert, bei der geplanten Verschlüsselung des Messenger-Dienstes eine Hintertür für Strafverfolgungsbehörden offenzulassen. Dies sei wichtig, um Kinder vor Gewalt und sexuellem Missbrauch zu schützen, erklärten die Regierungen in einem Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Allein 2018 meldete Facebook fast 17 Millionen Fälle möglichen Kindesmissbrauchs, mit der geplanten Verschlüsselung wären rund 12 Millionen Fälle davon aber wohl nicht bemerkt worden, wie es in dem Brief nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums vom Donnerstag (Ortszeit) hieß.

Facebook will Messenger-Dienst stärker verschlüsseln

Facebook will seinen Mitteilungsdienst Messenger künftig stärker verschlüsseln. Mit der sogenannten end-to-end Verschlüsselung hätte die Firma keinen Zugriff mehr auf die direkt von einem Nutzer zu einem anderen Nutzer gesendeten und verschlüsselten Nachrichten. Damit könnte Facebook auch bei gerichtlich angeordneten Überwachungen oder Durchsuchungsbefehlen nicht mehr auf die Nachrichten zugreifen.

Datenschützer sehen Vorteil in stärkerer Verschlüsselung

Diese Barriere könne es Kriminellen erlauben, einer Strafverfolgung zu entgehen, weil wichtige Beweise versteckt blieben, heißt es in dem Brief weiter. Für die US-Regierung unterschrieben das Dokument Justizminister William Barr und der amtierende Heimatschutzminister Kevin McAleenan. Viele Datenschützer sehen in der stärkeren Verschlüsselung jedoch einen Vorteil, weil alle Gesprächsinhalte besser vor unbefugtem Zugriff geschützt werden.

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