Star Wars: Jedi – Fallen Order im Test auf PS4 : Anspruchsvolles Abenteuer mit vielen Stärken und kleinen Schwächen

Lichtschwerter dürfen natürlich nicht fehlen bei Star Wars: Jedi – Fallen Order. Unsere Redaktion hat den Test auf der PS4 gemacht.
Lichtschwerter dürfen natürlich nicht fehlen bei Star Wars: Jedi – Fallen Order. Unsere Redaktion hat den Test auf der PS4 gemacht.

Nicht nur Fans des Star Wars-Universums haben Monate auf diesen Titel gewartet: Star Wars: Jedi – Fallen Order.

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22. November 2019, 15:21 Uhr

Osnabrück | Darum geht es: Der Plot des Spiels erstreckt sich zwischen dem dritten und vierten Teil der Kino-Filme, also in der Zeit zwischen dem Auftauchen von Darth Vader und der Ankunft von Luke Skywalker. Einige Jahre nach der Machtübernahme durch das Imperium ist der Jedi-Orden augenscheinlich ausgelöscht. Aber nur augenscheinlich, denn auf dem Schrottplaneten Bracca hält sich Hauptfigur Cal Kestis versteckt. Durch einen Unfall wird er dazu gezwungen, seine Macht einzusetzen, um einen Freund vor dem Tod zu retten.

Foto: Electronic Arts
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Dadurch werden schließlich die Inquisitoren des Imperiums auf den jungen Padavan aufmerksam – die Story nimmt ihren Lauf. Kestis kann flüchten und wird von der Crew eines Raumschiffs aufgenommen, die den Jedi-Orden wiederbeleben will. Es entwickelt sich eine Geschichte, die vor allem an ihren Charakteren wächst und erst am Ende – rund 20 bis 30 Stunden Spielzeit gibt es je nach Schwierigkeitsgrad – etwas enttäuscht.

Was ist Fallen Order für ein Spiel? Vieles an Fallen Order erinnert an bekannte Blockbuster wie die Uncharted-Reihe oder auch den Taktik-Metzler Dark Souls. Auf mehreren Planeten, die der Spieler mehr oder weniger frei erkunden kann, muss sich Kestis vor allem hinsichtlich seiner Akrobatik beweisen. Grundsätzlich steht das Spiel dabei auf drei Säulen: Klettern, Erkunden, Kämpfen.

Foto: Electronic Arts
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Wie bei Uncharted nimmt dabei das Klettern, Springen und Balancieren eine große Rolle ein. Der Spieler muss das akrobatische Talent des Protagonisten nutzen, um die oft unübersichtlichen Welten zu erkunden, Boxen mit Ausrüstungsverbesserungen zu finden und generell voranzukommen.

Nicht einfacher macht die Angelegenheit, dass es nur wenige Punkte gibt, an denen der Spieler speichern kann. An diesen Meditationsorten wird gleichzeitig der Lebens- und Machtbalken wieder aufgeladen, außerdem können neue Fertigkeiten erlernt werden. Nur respawnen alle Gegner in diesem Moment, die man vorher mühsam zur Strecke gebracht hat.

Wie ist das Kampfsystem? Auch auf den einfachen Schwierigkeitsstufen zeigt sich: Fallen Order ist kein Spiel für Action-Fans. Die Entwickler haben dem Game vielmehr ein herausforderndes Kampfsystem spendiert, das stark an Dark Souls erinnert. Der Spieler ist dazu verdonnert, sich für jeden der zahlreichen Gegner eine Taktik zurechtzulegen. Dabei ist es wichtig, die richtige Kombination aus Blocken, Parieren und Angriff zu finden. Zu einer Prügel-Orgie wird das Spiel nie.

Was ist gut? Kaum zu glauben in der heutigen Zeit: Fallen Order kommt ohne Multiplayer aus, ohne kostenpflichtige Zusatzinhalte, ohne Pay-to-win-Elemente. Tatsächlich: Das Spiel ist ein einfaches, ehrliches Single-Player-Videospiel. Die Entwickler haben sich bei der Gestaltung der Planeten sichtlich Mühe gegeben, viele Welten sind größer, als sie auf den ersten Blick wirken. Eine Herausforderung im positiven Sinne ist außerdem das schon erwähnte Kampfsystem.

Zwar kommt die Story hier und da nicht ohne vorhersehbare Momente aus und spielt mit einigen Stereotypen, dennoch ist sie glaubhaft und bisweilen richtig spannend – auch, weil die Charaktere funktionieren. Positiv ist unserer Redaktion zudem der Soundtrack aufgefallen, der sich zwar nicht in den Vordergrund drängt, aber nah am Original ist.

Foto: Electronic Arts
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Was ist nicht gut? Auf der PS4 sind im Test einige Nachladehänger aufgefallen, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen sollten. Grafisch kann man dem Spiel zwar keine großen Vorwürfe machen, dennoch hätte man sich hier und da noch etwas detailreichere Texturen gewünscht.

Zwar gehört es zum Prinzip des Spiels, das Respawnen der Gegner wird irgendwann jedoch reichlich lästig. Da der Spieler die einzelnen Planeten immer wieder bereist, fühlt man sich an so mancher Stelle wie bei "Und täglich grüßt das Murmeltier". Dazu passt, dass nur an wenigen Orten gespeichert werden kann. Eine Schnellreiseoption hätte dem Spiel vor allem bei größerem Spielfortschritt sicher gut zu Gesicht gestanden.

Sehr subjektiv ist sicherlich der Eindruck zur Atmosphäre. Zwar ist die Mühe, mit der die Welten entworfen wurden, an jeder Ecke sichtbar. Dennoch kommt bisweilen nicht wirklich Star Wars-Atmosphäre auf. So mancher Kampf gegen die zahlreichen namenlosen Weltraumtiere könnte sich rein theoretisch auch in einem x-beliebigen anderen Videospiel ereignen.

Fazit: Durch seinen Star Wars-Bezug ist das Spiel natürlich per se schon einmal ein Titel, der sich gut verkaufen dürfte – und das zu Recht. Ein ausgeklügeltes Kampfsystem, mühevoll gestaltete Planeten, eine ansprechende Story und viele kleine Dinge machen Fallen Order zu einem der vielleicht besten Titel des Jahres. Zu kämpfen haben Spieler dagegen mit einer nicht immer mitreißenden Atmosphäre und sich stetig wiederholenden Kletter- und Kampfübungen aufgrund respawnender Gegner und fehlender Schnellreiseoption.

Hinweis der Redaktion: Für den Test wurde uns ein Rezensions-Exemplar des Spiels kostenlos zur Verfügung gestellt.

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