Computergenerierte Kompositionen : KI erzeugt nie endenden Death-Metal-Livestream – so hört sich das an

Der künstliche Death-Metal von Dadabots ist für ungeschulte Ohren von menschlichem Metal kaum zu unterscheiden.
Der künstliche Death-Metal von Dadabots ist für ungeschulte Ohren von menschlichem Metal kaum zu unterscheiden.

Die KI Dadabots erzeugt nonstop Death Metal und streamt die Musik live ins Internet. Hören Sie hier mal rein.

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26. April 2019, 15:00 Uhr

South Carolina | Dadabots ist eine Künstliche Intelligenz (KI) und gleichzeitig eine Death-Metal-Band, deren computergenerierten Kompositionen sich geneigte Metalheads 24 Stunden am Tag live auf Youtube anhören können. Die KI erzeugt einen nonstop Death-Metal-Livestream auf Youtube. Hören wir einmal rein:

Hört man nur wenige Sekunden in den Livestream rein, ist für viele Ohren kein Unterschied zwischen echtem und künstlichen Metal zu erkennen. Erst die abrupten Stops und Stilwechsel innerhalb des "Songs", die komplett unverständlichen Stimmen und die teils übermenschlich schnellen Gitarrenriffs deuten auf Computermucke hin. (Weiterlesen: Programm erzeugt täuschend echte Porträts: Erkennen Sie den Unterschied?)

Geschaffen, um zu lernen

Entwickelt wurde die zugrundeliegende Software SampleRNN von CJ Carr und Zack Zukowski, die gemeinsam am Berklee College of Music in Boston studierten. In einer gemeinsamen Arbeit zu SampleRNN erklären die beiden Wissenschaftler, wie die KI funktioniert. Das Programm lernt aus Schnipseln aus echter Metal-Musik und reproduziert das Gelernte in Sequenzen. Die beiden Forscher wollten zeigen, wie Musik mithilfe von Maschinellem Lernen erzeugt werden kann. (Weiterlesen: KI macht Kindergekritzel zu fotorealistischen Kunstwerken)

Die Stücke von Dadabots klingen selten menschlich. Grunzende Stimmen zur Untermalung geben verzerrten Nonsens von sich, Gesangspausen sind oft viel zu lang. Die beiden Macher der KI sind gerade von diesem Imperfektionismus entzückt: "Solo-Vokalisten werden zu einem Chor an geisterhaften Stimmen, Rock-Bands werden zu kubistischem Jazz und eine Kreuzung vielfacher Aufnahmen wird zu einem surrealistischen Trugbild aus Klang."

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