Ab September auf dem Markt : Neues Öko-Smartphone präsentiert: Das steckt hinter dem Fairphone 3

Seit 2013 auf dem Markt: Das Fairphone.
Seit 2013 auf dem Markt: Das Fairphone.

Das Fairphone aus den Niederlanden geht bewusst einen nachhaltigen Weg. Heute wurde die dritte Generation vorgestellt.

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27. August 2019, 11:15 Uhr

Amsterdam | In Zeiten des Greta-Thunberg-Hypes und der immer relevanter erscheinenden Nachfrage nach nachhaltigen Produkten sollte bei dem ein oder anderen auch die Auswahl des richtigen Smartphones wohlüberlegt sein. Ein Hersteller hat diese Marktlücke scheinbar erkannt: Das niederländische Unternehmen Fairphone bietet seit einigen Jahren das gleichnamige Smartphone an. Die dritte Generation wird nun deutlich günstiger auf den Markt kommen als das Vorgängermodell vor vier Jahren. Das Fairphone 3 wird vom 3. September an für 450 Euro verkauft. Das Fairphone 2 kostete damals noch 525 Euro.


Der Ansatz des Herstellers ist es, seine Smartphones möglichst ohne Ausbeutung zu produzieren und eine Bewegung für fairere Elektronik voranzutreiben. 165.000 Smartphones wurden seither abgesetzt – vergleichsweise jedoch marginaler Anteil am globalen Smartphone-Kuchen:


Erst kürzlich ließ sich der Smartphone-Hersteller Fairphone eine größeren Geldspritze geben, um neue Märkte zu erschließen. Bei mehreren Investitionsrunden konnte das Unternehmen insgesamt sieben Millionen Euro einsammeln, hinzu kommen Kredite in Höhe von 13 Millionen Euro. Das Geld schaffe eine "stabile Grundlage für die angestrebte nachhaltige Wachstumsstrategie", erklärte Fairphone-Chefin Eva Gouwens dazu. "Wir wollen neue Produkte und Geschäftsmodelle erforschen, unsere Vertriebsstrukturen und Potenziale in noch ungenutzte europäische Märkte ausweiten und noch effektiver an den Verbesserungen der Lieferketten arbeiten."

Fairphone 3 – Recyceltes Plastik, einfach zu reparieren

In dem Fairphone 3 steckt der Qualcomm-Prozessor Snapdragon 632, eine Zwölf-Megapixel-Kamera mit 4K-Videofunktion auf der Ruückseite und eine Acht-Megapixel-Selfiekamera auf der Frontseite. Das Gerät wird mit dem Google-Betriebssystem Android 9 (Pie) ausgeliefert. Der Hersteller verspricht, die Software fünf Jahre lang auf dem aktuellen Stand zu halten. Zu den verbauten Materialien gehören laut Fairphone verantwortungsvoll und konfliktfrei gehandeltes Zinn und Wolfram, recyceltes Kupfer und Kunststoff sowie Fairtrade-Gold.

"Fairphone war der erste Elektronikhersteller weltweit, der Fairtrade-Gold in seine Lieferkette integrierte. Er arbeitet außerdem an einer Initiative für bessere Beschaffungsquellen von Kobalt, dem Schlüsselmineral der Energiewende", betonte van Abel.


Fairphone hat bei der Entwicklung der dritten Geräte-Generation nach eigenen Angaben auch darauf geachtet, die Ausfallquote zu senken. "Fairphone hat die modulare Bauweise weiterentwickelt und verfeinert, um mit dem dritten Modell zukünftig ein noch zuverlässigeres und robusteres Smartphone zu bieten", sagte van Abel.

Das Fairphone 3 wird mit einem kleinen Schraubendreher ausgeliefert, mit dem man das Gerät in seine sechs Module zerlegen kann, um Komponenten auszutauschen oder mit verbesserten Modulen – etwa die Kamera – zu bestücken.

"Allein die Möglichkeit, das Fairphone 3 selbst warten und reparieren zu können reduziert die mit einem Smartphone verbundene CO2-Emission um mindestens 30 Prozent", sagte Fairphone-Chefin Eva Gouwens. Zu diesem Wert trage auch die vergleichsweise lange Lebensdauer des Fairphones bei.

Kritik an "konfliktfreien" Rohstoffen

Als das erste Fairphone 2013 auf den Markt kam, musste sich das niederländische Unternehmen allerdings auch Anschuldigungen aussetzen. Das dürfte bei dem neuen Gerät und den Angaben zur Herstellung ebenfalls eine Rolle spielen. Damals wurde hinterfragt, ob man einen "konfliktfreien" Bezug von Gold, Zinn, Tantal und Wolfram mit fairen Produktionsbedingungen gleichsetzen könne. Der Fairphone-Hersteller unterstützt im Kongo etwa das Entwicklungshilfeprojekt "Conflict-Free Tin Initiative".  

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