Populäre Videokonferenz-App : Google verbietet Mitarbeitern Zoom auf Arbeits-Computern

Weil vor allem Apple-Geräte Daten mit Facebook teilte, steht Zoom in der Kritik.
Weil vor allem Apple-Geräte Daten mit Facebook teilte, steht Zoom in der Kritik.

Nach der Nasa und Elon Musk verbannt nun auch Google die umstrittene Software. Eine Alternative bietet Google selbst.

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09. April 2020, 07:47 Uhr

Mountain View | Google blockiert die Software des Videokonferenz-Dienstes Zoom auf den Computern seiner Mitarbeiter, nachdem diverse Sicherheitslücken und Datenschutz-Probleme bekannt wurden. Das Desktop-Programm genüge nicht Googles Sicherheits-Anforderungen, sagte ein Sprecher der Website "Buzzfeed" am Mittwoch. Die Mitarbeiter könnten aber weiterhin Zoom privat im Webbrowser oder auf Smartphones und Tablets nutzen.

Von 10 auf 200 Millionen Zoom-Nutzer

Zoom, eigentlich für den Einsatz in Unternehmen gedacht, wird in der Coronavirus-Krise vermehrt nicht nur zur Heimarbeit, sondern auch für private Videochats, Unterricht und Gottesdienste genutzt. Die tägliche Nutzerzahl sprang von 10 Millionen im Dezember auf zuletzt 200 Millionen hoch. Zugleich wurden Probleme wie die Weitergabe einiger Daten an Facebook bekannt, wie auch eine weniger konsequente Verschlüsselung als von Zoom behauptet.

Google hat Konkurrenz für Zoom im eigenen Haus mit dem Dienst Meet. Dieser Service gewinne täglich mehr als zwei Millionen Nutzer hinzu, sagte ein Google-Manager der Technologie-Website "CNET".

Zoom-Gründer äußert sich auf Blog

Zuvor hatte auch die Nasa Zoom aus seinen Systemen verbannt. Und auch Elon Musk untersagte den Mitarbeitern seines Raumfahrtunternehmens SpaceX die Nutzung von Zoom auf Arbeitsrechnern. Die Landesregierung von Taiwan verbot die App offiziell und empfiehlt alternative Angebote von Google (Meet) oder Microsoft (Skype).

Zoom-Gründer Eric Yuan schrieb auf seinem Blog, seine Software sei auf den Ansturm nicht vorbereitet gewesen und man bessere nun stetig nach – auch beim Datenschutz. Am Mittwoch wurde auch ein deutscher Blogpost veröffentlicht, der beispielhaft erklärt, welche Daten an Facebook übermittelt wurden – demnach hauptsächlich Geräteinformationen.

Ex-Sicherheitschef von Facebook engagiert

Zudem verpflichtete Zoom nun den ehemaligen IT-Sicherheitschef von Facebook, Alex Stamos, als Sicherheitsberater. Außerdem wurde ein beratendes Gremium mit Experten unter anderem von Netflix, Uber und der Spielefirma Electronic Arts gegründet, wie Zoom-Chef Eric Yuan am Mittwoch bekanntgab.

Stamos genießt viel Respekt in der Branche. Bei Facebook entdeckte sein Team frühzeitig die von Russland aus betriebenen Propaganda-Kampagnen im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Später wurde bekannt, dass er das Top-Management des Online-Netzwerks dazu drängte, die Erkenntnisse schneller öffentlich zu machen. Aktuell forscht Stamos zu Desinformation im Netz an der Stanford-Universität.

Weiterlesen: Drei Tipps, wie Sie Video-Meeting-Stress vermeiden

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