Digitales Gesundheitsnetzwerk : Wegen gravierendem Datenleck: Ausgabe von Praxis- und Arztausweisen gestoppt

Die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI) soll das Gesundheitssystem vernetzen.
Die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI) soll das Gesundheitssystem vernetzen.

Patienten-Informationen sollen digitaler werden – doch es gibt Sicherheitsmängel in dem Gesundheitsdatennetzwerk.

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27. Dezember 2019, 21:01 Uhr

Berlin | Nach dem Bekanntwerden von Sicherheitslücken im digitalen Gesundheitsnetzwerk für Ärzte, Kliniken und Krankenkassen ist die Ausgabe von Praxis- und Arztausweisen gestoppt worden. Das teilte die zuständige Gematik-Gesellschaft am Freitag dem "Handelsblatt" mit. Zuvor hatten der "Spiegel" und der NDR über die Lücke berichtet. Demnach hatten IT-Experten des Chaos Computer Clubs (CCC) unter anderem ein Datenleck bei einem Anbieter für die elektronischen Chipkarten entdeckt, mit denen sich Ärzte und Praxen Zugang zu dem verschlüsselten Netzwerk verschaffen können.

Die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI) soll das Gesundheitssystem vernetzen und demnächst auch Zugriff auf elektronische Patientenakten ermöglichen. Zugang zu diesem speziell gesicherten Netzwerk sollen nur befugte Teilnehmer wie Ärzte oder Praxen über besondere Chipkarten bekommen.

Eine Rückholaktion soll es nicht geben

IT-Experten des CCC ist es laut "Spiegel" und NDR gelungen, alle drei relevanten Karten – einen Arztausweis, einen Praxisausweis und eine elektronische Gesundheitskarte – jeweils über einen Dritten zu bestellen und an eine Wunschadresse liefern zu lassen. Laut "Handelsblatt" hat die Gematik die Karten-Hersteller angewiesen, die betroffenen Identifizierungsverfahren für Arztausweise zu deaktivieren, Praxisausweise dürften derzeit gar nicht mehr ausgegeben werden.

Eine Rückholaktion aller bereits ausgegeben Karten hält die Gematik aber nicht für erforderlich. Der IT-Experte Jens Ernst hält dies allerdings für zwingend geboten.

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