Der bessere Bitcoin? : Bezahlen in WhatsApp: Das steckt hinter der neuen Facebook-Währung Libra

Die Kryptowährung Libra soll nach den Plänen Facebooks ein globales Zahlungsmittel werden.
Die Kryptowährung Libra soll nach den Plänen Facebooks ein globales Zahlungsmittel werden.

Das Digitalgeld Libra ähnelt dem Bitcoin, soll aber frei von Kursschwankungen sein.

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18. Juni 2019, 15:57 Uhr

Menlo Park | Facebook Libra basiert auf der sogenannten Blockchain-Technologie und soll für Verbraucher ab 2020 verfügbar sein. Facebook werde keinen Zugang zu den Transaktionsdaten haben, versicherte der für das Projekt zuständige Facebook-Manager David Marcus.

Bei einer Blockchain werden verschlüsselte Daten über Transaktionen aneinander gereiht und an verschiedenen Orten gespeichert. Durch einen Abgleich würden eventuelle Änderungen auffallen, was für Sicherheit sorgt. Facebook sei es bei seinem System gelungen, bekannte Probleme der Technologie wie Langsamkeit zu lösen. (Weiterlesen: Staatsanwaltschaft Rostock warnt vor leichtfertigem Umgang mit Internetanlagen)

Facebook Calibra: Eigene Firma für Digitalgeld

In der Anfangszeit dürfte das Digitalgeld vor allem für Überweisungen zwischen verschiedenen Währungen eingesetzt werden, sagte Marcus der Deutschen Presseagentur. Die Vision sei aber, die Libra schließlich zu einem vollwertigen Zahlungsmittel für alle Situationen zu machen.

Das Logo der neuen Kryptowährung.
AFP
Das Logo der neuen Kryptowährung.

Zur Aufbewahrung und Nutzung von Libra werden verschiedene Anbieter digitale Brieftaschen, sogenannte Wallets, aufsetzen können. Facebook will nur einer von vielen Wallet-Anbietern sein, dafür gründete das Online-Netzwerk die Tochterfirma Calibra mit Marcus an der Spitze. Die übliche Regulierung - zum Beispiel Maßnahmen gegen Geldwäsche - werde auf Ebene der Wallets greifen, sagte Marcus.

Mit Libra in Whatsapp und Co. bezahlen

Für Verbraucher soll es einfach sein, das Geld zwischen Libra und anderen Währungen zu tauschen und Transaktionen damit zu machen. So soll man Libra-Überweisungen zum Beispiel direkt in Facebooks Chatdiensten Whatsapp und Messenger ausführen können. Mit einer Verknüpfung zum Bankkonto sollen Libra auch direkt auf dem Smartphone in andere Währungen umgetauscht werden können. Nutzer können in dem Libra-System unter Pseudonymen agieren und mehrere Zugänge haben. "Transaktionen enthalten keine Verbindung zur Identität der Nutzer in der realen Welt", hieß es bei Facebook.

Libra: Visa, Mastercard, Paypal und Uber sind dabei

Um das große Ziel einer digitalen Vollwährung zu erreichen, hat Facebook eine Allianz geschmiedet, die Libra Association. Diese Allianz und nicht Facebook soll das Digitalgeld verwalten. Unter den aktuell 28 Mitgliedern sind die Finanzdienstleister Visa, Mastercard, Paypal und Stripe - was die Integration in Bezahlsysteme erleichtern dürfte. Mit an Bord sind unter anderem auch Vodafone und Ebay, die Reisebuchungs-Plattform Booking.com sowie der Musikstreaming-Dienst Spotify und die Fahrdienst-Vermittler Uber und Lyft. Zum Libra-Start im Jahr 2020 hoffe er auf mehr als 100 Mitglieder, sagte Marcus. Facebook werde keine Sonderrolle in der Organisation haben.

Gegen Kursschwankungen: Damit Libra nicht wie Bitcoin wird

Bisherige Blockchain-Währungen wie Bitcoin sind für ihre massiven Kursschwankungen berüchtigt - das ist etwas, was Facebook bei Libra unbedingt vermeiden wollte. Deshalb wird Libra in vollem Umfang durch einen Reservefonds mit verschiedenen Währungen wie Dollar, Euro und Yen gedeckt sein. "Wenn zum Beispiel jemand Libra für 100 Euro kauft, fließen diese 100 Euro in die Reserve", sagte Marcus. Die Libra Association werde zudem festlegen, in welchem Verhältnis Währungen und Wertpapiere wie Anleihen in der Reserve gehalten werden, um für einen stabilen Kurs zu sorgen. Auch wird Libra anders als der Bitcoin nicht von den Nutzern selbst erstellt, sondern muss bei Mitgliedern der Allianz oder auf Handelsplattformen erworben werden.

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