Neue Strategie : Darum verschwinden bei Netflix regelmäßig so viele Hit-Serien

Auch für die Netflix-Erfolgsserie 'Stranger Things' soll wohl nach der vierten Staffel Schluss sein.
Auch für die Netflix-Erfolgsserie "Stranger Things" soll wohl nach der vierten Staffel Schluss sein.

Die Konkurrenz auf dem Markt der Video-on-Demand-Anbieter steigt. Netflix setzt deswegen auf eine neue Strategie.

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16. August 2019, 14:28 Uhr

Hamburg | "Orange Is the New Black ", "The OA " und wohl auch "Stranger Things": In der letzten Zeit hat der Streaming-Anbieter Netflix immer wieder Serien abgesetzt oder ihr baldiges Ende verkündet. Dabei scheint es egal zu sein, dass diese oftmals bei Zuschauern und Kritikern gleichermaßen beliebt sind.


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Der Grund dafür: Netflix scheint das Geld auszugehen. Wie das Online-Portal "Deadline" berichtet, sei das Problem, dass der Streaming-Anbieter für die Dreharbeiten und das Marketing der selbst produzierten Serien fast immer in Vorleistung trete.

Hinzu kämen die Gagen der Produzenten, die mit jeder Staffel steigen würden. Eine Folge der Serie "Stranger Things" zum Beispiel koste pro Folge bis zu acht Millionen US-Dollar. So bleibe für das Unternehmen selbst im Laufe der Zeit immer weniger Geld übrig – und dementsprechend sei bei den Serien oft nach drei oder vier Staffeln Schluss.

Disney, HBO und Apple sollen kommen

Insgesamt 19,3 Milliarden Dollar hat der Geschäftsbericht des vergangenen Jahres für "Streaming Content Obligations" ausgewiesen – also für das Budget, das für geplante Eigenproduktionen und den Ankauf von Serien und Filmen vorgesehen sind. Und: Netflix gibt seit Jahren ohnehin mehr Geld aus, als eingenommen wird. 2017 betrug die Differenz laut "Handelsblatt" etwa zwei Milliarden Dollar, 2018 sogar drei Milliarden.

Zudem wird die Konkurrenz auf dem Markt der Video-on-Demand-Anbieter nicht kleiner. Während hierzulande bereits Unternehmen wie Amazon oder Sky um die Gunst der Zuschauer werben, haben Disney, HBO und Apple ebenfalls eigene Plattformen angekündigt.


Das Netflix-Angebot soll mit immer neuen Serien zwar groß bleiben, dennoch können sich die Nutzer darauf einstellen, dass Eigenproduktionen auch in Zukunft keine lange Lebensdauer haben werden – zumindest bei Netflix selbst. Grundsätzlich ist es für die Produzenten nämlich möglich, sich nach einer vertraglich festgelegten Sperrfrist einen neuen Fernsehsender zu suchen. Und die Höhe der Produktionskosten wird wohl künftig auch nicht mehr ganz so üppig ausfallen. So formuliert es auch der Hollywoodreporter: Das oberste Ziel einer neuen Produktion soll es sein, neue Abonnenten zu gewinnen.

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