zur Navigation springen
Ratgeber

18. Dezember 2017 | 02:28 Uhr

Verbraucher : Die unterschätzte Gefahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wem droht ein Wasserschaden? Wer sollte sich dagegen absichern und welche Versicherungsmöglichkeiten gibt es?

Warmer Winter, heißes Frühjahr, verregneter Sommer und milder Herbst – das Wetter scheint sich immer mehr zu verändern. Häufige Folge: Überschwemmungen, heftige Gewitter, Starkregen. Doch die Zerstörungskraft des Wassers hat sich im Bewusstsein vieler Verbraucher noch nicht festgesetzt.

Laut einer Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind zwischen mindestens 90 Prozent aller Häuser mit einer Wohngebäudeversicherung – etwa gegen Feuer, Sturm und Hagel – versichert. Hingegen sind nur 38 Prozent der Gebäude gegen Elementarschäden wie Hochwasser oder Starkregen mit einer Versicherung abgedeckt. Für Hausbesitzer und Mieter kann das unangenehme Folgen haben. Denn sie müssen nicht nur mit vollgelaufenen Kellern fertig werden. Haben sie keinen Elementarschutz, kommt ihre Versicherung nicht für den Schaden auf.

Wasser ist ein unterschätztes Risiko: Zwar sind laut GDV nur 1,5 Prozent der bebauten Fläche in Deutschland durch Hochwasser extrem gefährdet. „Das heißt im Umkehrschluss: Rund 98 Prozent der Leute sehen keinen Fluss vor der Tür und damit auch keine Gefahr“, erläutert Rolf Mertens von der Ergo Versicherungsgruppe.

Bei Elementarschadenversicherungen zahlen die Versicherer für Folgen, die durch Naturereignisse wie Starkregen, Lawinen, Hochwasser, Erdbeben oder Vulkanausbrüche entstehen. Versicherte können Schutzbausteine zu ihrer Hausrat- oder Gebäude-Versicherung hinzubuchen, um entweder ihr Hab und Gut im Haus oder das Gebäude selbst finanziell abzusichern, erklärt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW.

„Eine Elementarschadenversicherung ist sinnvoll, da man gerade größere Schäden am Haus nicht aus der Portokasse bezahlen kann“, sagt die Verbraucherschützerin. Eine Wohnung im dritten Stock sei aber weniger vor einer Überflutung gefährdet als eine im Kellergeschoss, erklärt Weidenbach.

Eine weitere unterschätzte Gefahr schlummert zwischen den eigenen vier Wänden. Leitungswasser-Schäden treten nach Berechnungen des GDV sechs Mal häufiger als Feuerschäden auf. Jedes Jahr werden der GDV mehr als eine Million solcher Fälle gemeldet. Jährlich kommt ein Schaden von insgesamt zwei Milliarden Euro zustande. Eine „gigantische Summe“ nennt dies der Geschäftsführer des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS), Hans-Hermann Drews.

Was viele Eigentümer nicht wissen: Die Elementarschadenversicherung deckt auch Schäden durch Rückstau, Erdsenkung, Erdrutsch oder Schneedruck. „Wer sich dies vor Augen führt, sollte sofort erkennen, dass eine oder mehrere dieser Gefahren auch ihn treffen können“, sagt Arno Schubach, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im DAV.

Der Fachanwalt für Versicherungsrecht warnt deshalb davor, wegen einer vermeintlich geringen Schadenwahrscheinlichkeit auf die Versicherung zu verzichten. Selbst in gefährdeten Gebieten können Elementarschäden inzwischen versichert werden. Und das kann sich schnell auszahlen: „Tritt der Schaden ein, erreicht er rasch existenzbedrohende Höhen, stellt das Eigenheim doch häufig das Hauptvermögen einer Familie dar“, sagt Schubach. „Ein solches Vermögen nicht ausreichend zu versichern, ist leichtsinnig.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen