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Ratgeber

19. November 2017 | 04:16 Uhr

Die Suche nach dem perfekten Brot

vom

svz.de von
erstellt am 12.Jun.2013 | 10:43 Uhr

Das Bäckerhandwerk feiert heute seinen "Tag des Deutschen Brotes" - doch bei Tausenden Backfans im Internet ist das Brot von der Ladentheke längst verpönt. Auf www.der-sauerteig.com suchen sie in mehr als 100 000 Beiträgen nach dem perfekten Brot. Dabei ist alles eigentlich ganz einfach, sagt Initiator Martin Pöt Stoldt im Interview mit dpa-Korrespondent Marc Herwig.

Bei jedem Bäcker gibt es unzählige Brotsorten. Weshalb kaufen Sie da nicht einfach Ihr Brot?

Stoldt: Essen Sie mal ein selbst gebackenes Sauerteig-Brot, wenn es frisch aus dem Ofen kommt und noch ein bisschen warm ist. Da brauchen Sie keine Salami, keinen Käse oder was anderes drauf. Da brauchen sie ein bisschen Butter, und sie haben eine richtig tolle Mahlzeit.

Verraten Sie Ihr Geheimnis für das perfekte Brot?

Ganz einfach: Ein Brotteig braucht Ruhe und Zeit zum Reifen. Denn dadurch entsteht der Geschmack. Lassen Sie den Teig ein, zwei Tage lang im Kühlschrank stehen - schon haben Sie ein Brot, das sie mit seinem Geschmack einfach umhaut. Diese Ruhe bekommt ein Teig in den großen Brotfabriken nicht.

Und als Zutaten einfach nur Wasser, Mehl und Salz?

Das ist alles, was man für ein handgemachtes Brot braucht. Bei den Backfabriken ist das anders. Sie würden staunen, was da alles rein passt an technischen Zusatzstoffen, die nötig sind, damit der Teig für die Verarbeitung in den Maschinen geeignet ist. 30 solcher künstlicher Zusatzstoffe sind ganz normal.

Wie schwer ist es denn, sein eigenes Brot zu backen?

Brotbacken ist eigentlich so einfach wie Blumengießen. Die meisten denken, um ein gutes Sauerteigbrot hinzubekommen, muss man professioneller Bäcker sein. Aber viele haben ja auch ihren eigenen Garten oder ein paar Blumen auf dem Fensterbrett, obwohl sie gar keine ausgebildeten Gärtner sind.

Dann erklären Sie doch mal.

Als Erstes braucht man einen Sauerteig. Dafür nimmt man Wasser und Mehl, rührt den Teig an und lässt ihn fünf Tage lang im Warmen stehen. Schon hat man einen Sauerteig. Dann nimmt man Wasser, Mehl und Salz, knetet alles ordentlich durch und lässt es wieder ruhen. Jetzt müssen Sie den Teig nur noch in den heißen Ofen schieben, und nach einer Stunde haben Sie ganz tolles Brot. Beim zweiten Mal hat man sogar noch weniger Arbeit.

Warum das?

Weil man ja schon einen Sauerteig hat. Den kann man jedes Mal wieder weiterzüchten und als Grundlage für die nächsten Brote nehmen. So ein Sauerteig ist wie ein eigenes Kind, das lebt und das man füttern kann. Und man kann mit ihm Brot backen, ganz ohne auf Industrieprodukte angewiesen zu sein.

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