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Das Wetter bleibt in den kommenden Tagen unbeständig : Der Sommer macht Urlaub

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Wann wird es mal wieder richtig Sommer? Diese Frage scheint berechtigt, wenn man auf die zurückliegenden Wochen blickt: Regen, Wind, dicke Wolken und gefühlt viel zu kühle Temperaturen.

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erstellt am 15.Jul.2011 | 08:53 Uhr

"Die Erde ist ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung", witzelte einst der Schriftsteller Erich Kästner. Und "Wasserspülung", wenn auch nicht im Kästnerschen Sinne, gibt es im Moment wahrlich reichlich. Oder anders formuliert: Wann wird es mal wieder richtig Sommer? Diese Frage scheint berechtigt, wenn man auf die zurückliegenden Wochen blickt. Regen, Wind, dicke Wolken und gefühlt viel zu kühle Temperaturen bestimmten das Wettergeschehen. Sommer sieht definitiv anders aus. Also, wann wird es denn nun mal wieder richtig Sommer? In der kommenden Woche nicht, blickt Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst voraus. Nanu, sagt der Wetterbericht für heute nicht etwas anderes: Um die 25 Grad, kaum Regen, dafür aber Sonne?

Das ist nur ein kurzes Intermezzo. Morgen gewinnen schon wieder Regenwolken die Oberhand. Spätestens am Montag haben auch die Temperaturen erneut stark nachgelassen. Die Vorhersagen berechnen für die kommende Woche einen kühlen und unbeständigen Witterungsabschnitt, dämpft Andreas Friedrich zu hohe Erwartungen.

Herrscher über das Wetter sind die sogenannten Jetstreams. Das sind Luftströme, die in ungefähr acht Kilometern Höhe aktiv sind. Sie sind sehr mächtig und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 500 Kilometern pro Stunde. Man kann sie sich wie einen langen schmalen Starkwindschlauch vorstellen, an dem andere Luftmassen nur schwer vorbeikommen. Je nachdem, wo sich die Ströme befinden, sorgt das entweder für warmes oder kühleres Wetter.

Auch Pflanzen können einen Sonnenbrand bekommen

Es gibt verschiedene Jetstreams. Für hiesige Breiten entscheidend ist der Polarfrontjet. Richtet er sich weit im Norden häuslich ein, über Skandinavien etwa, haben Hochdruckgebiete mit warmer Subtropikluft genügend Platz, sich in hiesigen Gefilden auszubreiten.

Verschiebt er sich jedoch weiter südlich über Mitteleuropa, versperrt er diesen Hochdruckgebieten quasi den Weg. Stattdessen bildet sich eine straffe Westströmung und Atlantiktiefs haben freie Bahn. Die Folge sind kühle und feuchte Sommertage. Wo die starken Winde in 8000 Metern im Moment ihr Band knüpfen, ist also klar - weniger hingegen, wann es die Winde wieder in die andere Richtung zieht. "Nach aktuellen Berechnungen sollen auch die folgenden beiden Wochen in Mitteleuropa zu kühl ausfallen", sagt Meteorologe Friedrich.

Was ist Sommer überhaupt? In erster Linie subjektiv. Viele verbinden damit Sonnenschein, Wärme, laue Sommerabende im Freien, Urlaubsstimmung, Strandbesuche - oder viel zu heiße Stunden im Büro. Aus meteorologischer Sicht ist ein Sommertag ein Tag, an dem es mindestens 25 Grad warm ist. Der meteorologische Sommer jedenfalls ist zur Hälfte vorbei - und bisher war er weder verregnet noch zu trocken oder zu heiß, sondern durchschnittlich, resümieren Meteorologen. Die meisten Sommer- und Hitzetage gab es in Cottbus in der Lausitz. Dort herrschten seit Anfang Juni an 23 Tagen mindestens 25 Grad. Der bisher wärmste Tag des Jahres wurde in Duisburg gemessen. Dort zeigte das Thermometer am 28. Juni 36,6 Grad an.

Wenn sich die Sonne blicken lässt, wird es nicht nur Menschen und Tieren zu heiß. Die Strahlen setzen auch Pflanzen zu - so sehr, dass auch sie Sonnenbrand bekommen können. Bei Äpfeln, Himbeeren oder Tomaten erkennt man das zum Beispiel an braunen oder weißen Flecken. Der Sonnenbrand kann nicht nur die obersten Schichten schädigen, sondern auch das Fruchtfleisch. Bei ungünstiger Witterung können die Gewebeschäden in Fäulnis übergehen, so die Gartenakademie Rheinland-Pfalz.

Auch Blätter oder Nadeln können einen Sonnenbrand bekommen. Oft sei dies auf eine Kombination von Regen oder Beregnung und darauf folgende Sonne zurückzuführen. Durch die noch nicht abgetrockneten Nadeln und Blätter entsteht dann ein Brennglaseffekt.

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